Artikel mit dem Tag „große Frauen“

  • Heute widme ich mich mal dem Thema Fotos. Jeder will auf Bildern gut aussehen, aber das ist als großer Mensch gar nicht so einfach. Du wirst einfach generell von unten geknipst und überzeugst durch ein Doppelkinn, das du eigentlich gar nicht hast. Schlimmer ist es auf Bildern mit normal großen und kleinen Menschen. Erstens sieht man im Vergleich einfach fehl am Platz und riesig aus. Zweitens kann neben der ungünstigen „von-unten-Perspektive“ durchaus auch ein Teil deines Kopfes fehlen.

    Kopflose Bilder...

    Da kopflose Bilder jetzt nicht unbedingt so gut ankommen, hat man sich verschiedene „Kleinmach-Techniken“ angewöhnt. Entweder man beugt sich schräg runter und dann rüber. Dann passt es auch mit den Köpfen. Sieht leider immer sehr nach Haltungsschaden oder körperlicher Beeinträchtigung aus. Ist also auch nicht immer die Lösung.Die „verkrampft-in-die-Hocke-gehen-Stellung“ ist auch beliebt. Aber glaubt mir, ich sehe euch das am Gesichtsausdruck an, dass ihr das gerade macht. Damals beim Konfirmandenunterricht haben wir mit einem professionellen Filmteam einen Film über unsere Gemeinde gedreht. Zum Schluss erscheinen wir alle nacheinander im Bild und sagen unseren Namen. Einer war ein ganz Langer und passte nicht ins Bild. Er hat die Hock-Technik angewandt. Man sieht es eigentlich nicht, aber man sieht es doch! Der Gesichtsausdruck! Diese Stelle des Films kann man einfach nicht gucken, ohne sich kaputt zu lachen!

    Alle Köpfe, keine Schuhe...


    Um alle unter einen Hut zu bekommen, werden die Bilder sonst lieber unten abgeschnitten. Hauptsache, alle Köpfe sind drauf. Es gibt also so gut wie keine Bilder, auf denen ich mal komplett vom Scheitel bis zur Sohle drauf bin. Als ich vor Schuhe Grossartig-Zeiten noch keine schönen Schuhe hatte, fand ich das auch gar nicht schlimm. Die super Herrentreter mussten nicht unbedingt für die Nachwelt festgehalten werden.Wenn man schon etwas unvorteilhaft von unten geknipst wird und als breiter Riese auf den Bildern raussticht, dann…
  • Die Wohnung und ihre Einrichtung sind der Spiegel deiner Seele. Oder auch einfach das Zusammenspiel von Industrienorm und deiner Größe. Wir Großen könnten uns ganz anders einrichten, wenn wir kleiner wären. Was habe ich früher als Teenager immer von diesen Romantikstyle Metallbetten geträumt. Aber nö, ein normal langes Bett mit begrenzendem Metall am Fußende? Leider nichts für mich und meine langen Beine.

    1,90 lange Betten sind einfach zu kurz

    In Spanien war es immer ganz besonders lustig. Da sind die Standardbetten teilweise nur 1,90 Meter lang. Ich sage mal so: Man muss nicht gegen das Gesetz verstoßen, um richtiges Knastfeeling zu erleben. In das untere Bett eines 1,90 Meter langen Stockbetts eingepfercht zu sein, reicht da völlig aus. Vor allem, wenn die Betten ein Gitter drumherum haben. Wenn es gar nicht geht, kommt die Matratze aus dem Bett und auf den Boden, da bin ich pragmatisch. Wobei ich ja noch Glück habe und mir Zwei-Meter Standardbetten ohne Fußteil ausreichen.

    Noch größere Menschen stellen gerne mal einen Stuhl ans Fußende. Als Verlängerung. Zuhause haben sie dann ein teures oder sogar selbst gebautes Sondermaßbett in Überlänge. Was natürlich auch direkt die Raumplanung etwas durcheinander bringt. Da passt der Schrank dann nicht noch so gerade hinter das Bett (plus Durchgang). Dann heißt es Bett und Wand und voll.

    Und das, wo man als große Frau doch eigentlich eher mehr Platz für einen größeren Kleiderschrank bräuchte. Unsere riesigen Klamotten brauchen doch mehr Platz als so kleine Teilchen und passen leider nicht so gut auf die Standardregalmaße. Und wenn du dann irgendwo mal ein langes Kleid ergattert hast, dass dir richtig passt, dann ist die Kleiderstange zu niedrig und es wird automatisch zum gestauchten Crinklekleid. Und Schuhe kriegst du auch viel weniger in so ein Schuhregal. Und das ist nun wirklich gemein!

    Beine übereinanderschlagen? Vergiss es...

    Ich bin gerade umgezogen und frage mich, ob das Türguckloch wirklich in…
  • Wenn der Mann kleiner ist als seine Freundin oder Frau, wird das Paar nach wie vor komisch angeguckt. Dadurch entstehen dann auch so merkwürdige Ideen in den Köpfen von manchen großen Frauen. Dass sie dann keine Absätze tragen dürfen und so. Völliger Quatsch, finde ich. Wir sind eh groß, das bisschen Absatz macht dann auch nichts mehr aus. Außerdem fühlen wir uns dann einfach weiblicher und schöner, wenn wir ein Kleid mal nicht mit flachen Tretern tragen. Da ändert sich nicht nur die Körperhaltung. Und die meisten Männer finden es auch noch gut, egal ob groß oder klein. Ich sehe es im Laden immer wieder, wie Männeraugen zu strahlen anfangen, wenn Frauen sich mal an ein paar Absätze trauen. Ist ja auch klar - die haben sich ja nicht umsonst eine tolle, große Frau gesucht. Das soll nicht heißen, dass ihr Absätze tragen müsst. Aber wenn ihr wollt, lasst das Grübeln und schlüpft einfach in eure Cinderella-Schühchen und fühlt euch wohl.

    Hast Du einen größeren oder einen kleineren Partner?

    Warum werden große Frauen eigentlich auch dauernd gefragt, ob sie einen größeren oder kleineren Partner haben? Wir fragen ja auch nicht, ob jemand einen dünneren oder dickeren Partner hat. Ich finde es schade, dass es richtig zum Thema wird. Also für andere, nicht die Betroffenen. Denn eigentlich geht es doch nur die zwei an, ob sie zusammen sein wollen und den anderen so lieben wie er eben ist.

    Es gibt große Mädels, die wollen ausschließlich einen größeren Partner. Verstehe ich gut. In jüngeren Jahren, wenn einem alle Jungs nur bis zum Bauchnabel reichen, war für mich selbst eine Liaison unter diesen Bedingungen undenkbar. Und als große Frau wirst du von Kindheit an immer automatisch für reifer und erwachsener gehalten und für stark und unkaputtbar. Welpenschutz kriegst du nicht. Das Wort „süß“ ist für dich im Zusammenhang mit dir selbst unvorstellbar. Da freut man sich, wenn jemand daherkommt und man ist plötzlich die Kleine, die sich geborgen fühlen und…
  • Weihnachtszeit ist Essens- und somit Kilozeit. Sprich, man ist froh über kaschierende XL-Pullis, lange streckende Strickjacken und bauschige Mäntel. Herrlich, einfach wild drauflosfuttern, was das Zeug hält und die Zeit mit Lebkuchen, Weihnachtsplätzchen, Adventskalenderschokolade und Glühwein genießen.

    Ich kann nicht mehr richtig atmen...


    Aber von wegen, Pustekuchen. Mein supertoller streckender Mantel geht fast nicht mehr zu. Und es ist erst Anfang Dezember. Schock. Alarmstufe rot. Mein Kleiderschranksortiment enthält generell ein breites Größenspektrum, denn Frau schwankt gewichtsmäßig. Viele kennen das. Aber wenn die größten Sachen, die man hat, so richtig eng sitzen und man sich weder traut tief ein- noch auszuatmen und man sich in diesen nicht mehr so ganz wohl fühlt, dann ist es höchste Zeit die Reißleine zu ziehen und etwas zu tun. Denn nackt herumlaufen ist auch keine Lösung. Back to nature ist in diesem Fall nichts für mich.

    Als 1,60 Meter großer Mensch schnappst du dir einfach eine Kleidergröße größer. Sitzt, passt, wackelt, hat Luft, weiter geht es. Als große Frau, die sich generell schon am Rande des normalen Größenspektrums bewegt, gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter. Spezialläden für Dicke oder Curvy Girls bieten leider selbst heutzutage eher das Modell bunter Sack an. So zumindest meine Erfahrungen. Wenn ich mir aber was Weites, Untailliertes, was auch noch zu kurz ist anziehe, kaschiert das nix, sondern macht mich zur unförmigen Tonne. Von curvy siehste da nichts mehr. Das ist also alles Mist.

    Am besten ist es natürlich, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Aber was willst du machen, wenn du nicht als langbeiniges Topmodel, sondern als kräftiges Curvy Girl mit Veranlagung zum Overcurvy Girl und Liebe zum Essen geboren worden bist? Ich kann echt einfach immer essen. Ob es mir gut geht oder schlecht. Man kann mich mit Essen sogar richtig glücklich machen. Das ist schon fast ein bisschen krank. Aber Hallo?! Lecker essen?! Was…
  • Ich werde dieses Jahr 30! Also genau der richtige Zeitpunkt, um über das Thema Alter nachzudenken. Man ist so alt wie man sich fühlt?! Oder wie war das? Na ja leicht gesagt, aber in der Realität oft anders. Ältere Frauen in peinlich kurzen Gürteln als Rock oder Kinder in sexy Outfits, das passt einfach nicht.

    Siezen? Duzen?

    Woran merkt man, dass man richtig erwachsen ist? Wenn man auf einmal von Jugendlichen und Kindern draußen gesiezt wird. Am Anfang seltsam und eher einem Affront nahekommend, ertappe ich mich jetzt sogar manchmal - je nach Situation - bei dem Gedanken „Wie unhöflich!“, wenn mich ein vorlauter Teenager einfach duzt. Dabei bin ich von Natur aus eher der Duzer - allein schon durch das Internet und die ganzen Social Media, da ist das oft üblich.

    Ich finde sowieso, dass man sich je nach Situation auch unterschiedlich alt fühlen kann. Es kommt halt immer auf die Leute und die Umgebung an. Seit ich selbständig bin, ist es mit dem „nicht-so-erwachsen-fühlen“ schlagartig vorbei. Bei mir ist es das Schuhbaby, bei anderen das richtige Baby. Plötzlich hat man Verantwortung, die man zuvor in dieser Schlagkraft nicht hatte. Dennoch kommt der "Ach, ich bin doch noch gar nicht so alt“-Gedanke immer mal wieder kurz zum Vorschein. Wenn ich mit meinen jüngeren - oft noch Studenten - Freunden unterwegs bin zum Beispiel. Da gehöre ich ganz normal dazu und bin für einen Augenblick wieder ein bisschen zurückgesetzt in alte Zeiten. Das man das überhaupt schon so sagen kann. „Alte Zeiten…“

    Früher war das mit dem Alter eh noch etwas ganz anderes. Da freut man sich und ist stolz auf jedes Jahr, das man älter wird. Wenn man dann aus den Wachstums- und Entwicklungsjahren raus ist, denkt man sich „Waaas? Schon wieder ein Jahr um?“. Panik.

    Wie schnell die Zeit vergeht...

    Als kleines Kind wollte ich den Erwachsenen nie glauben, dass die Zeit später schneller vorbeizugehen scheint. Aber sie hatten Recht, von Jahr zu Jahr geht die Zeit gefühlt schneller um. Klar, Kinder…
  • Lange Beine, kurze Strumpfhosen und enge Sitze im Flugzeug

    Letztens habe ich das zweijährige Bestehen meines Ladens gefeiert. Mit dabei war die Hamburger Sängerin und Drag Queen Nessy Karolinger. 2,12 Meter groß, Beine bis zum Himmel, einfach toll! Fand jeder, fand ich, fand meine Familie, fanden die Kundinnen, fanden deren Männer, fand Nessy selbst. Als große Frau weiß man das oft gar nicht so zu schätzen, weil es für uns einfach normal und selbstverständlich ist. Das sind halt unsere Beine.

    Traumhaft lange Beine?!?!

    Dass andere von dieser Länge nur träumen, daran denken wir gar nicht. Uns fällt es immer nur auf, wenn wir passende Hosen oder Röcke suchen - nein, ich möchte nicht immer 7/8-Hosen tragen und einen richtigen Rock statt Gürtel würde ich auch bevorzugen… Oder wenn im Bus oder Flugzeug ständig die Grenze zwischen Schmerz und Knieschaden ausgelotet wird. Vor allem, weil man natürlich auch immer den einzigen rücksichtslosen „Sitz-nach-hinten-Schmeißer“ und Kniecrasher vor sich sitzen hat… Aber ich bin dann echt immer zu nett, um mich da mal etwas mehr durchzusetzen und meine Knie zu retten… Das mit dem Durchsetzen muss ich noch üben.

    Strumpfhosen sind ja auch so ein Thema. Neben der Beinlänge kommt ja noch die Fußlänge hinzu, die in den Stoff passen muss. Einige große, langbeinige Frauen schneiden radikal das Fußende ab –dann können sie wenigstens als Leggings durchgehen. Das ist natürlich eine Möglichkeit, aber nicht wirklich optimal. Andere können wie ich die Strumpfhosen in „as big as possible“ und elefantengroß kaufen. Dann passt es auch mit den Füßen und Beinen, allerdings geht dann der Bund auch schön bis unters Kinn. Cocooning mal anders… Eine Nummer kleiner käme vielleicht auch noch so gerade hin. Aber wer hat schon Lust, mindestens eine halbe Stunde lang in sorgsamer Kleinstarbeit das Ding nach oben in eine angemessene Position zu bringen? Und dann - tadamm, mit dem Nagel hängen geblieben, Laufmasche und das Spiel…
  • Ich möchte von nun an regelmäßig Blogbeiträge schreiben, vielleicht findet sich der eine oder andere ja darin wieder ;) Mein erster lautet wie folgt:

    „Helena hat es vermieden, High Heels zu tragen, weil ihr jeder gesagt hat, sie wäre zu groß dafür. Dann hat sie Louboutins anprobiert und will sie seitdem nicht mehr ausziehen." Dieses Zitat habe ich auf Facebook gefunden und sofort geteilt, weil es mir aus der Seele gesprochen hat.

    Das kenne ich doch aus meiner Jugend!

    Denn es erinnert mich doch stark an mich früher und an viele andere große Mädels und Frauen, die ich kenne. Und ich war wohl nicht die einzige, denn dieser Satz fand großen Zuspruch. Das mag daran liegen, dass viele große Frauen zumindest in ihrer Jugend ein schwaches Selbstbewusstsein hatten und teilweise noch im Erwachsenenalter mit ihrer Größe hadern.

    Warum das so ist? Was soll ich sagen? Wenn man als Kind von Erwachsenen aggressiv angemeckert wird - sei es, weil man angeblich zu alt ist, um auf Mamas Arm zu sein, oder man beim Gemeindefest bei einem Wurfspiel für einen Lutscher gefälligst hinter die Schulkinderlinie gehen soll - ist das nicht unbedingt förderlich, um sich normal zu fühlen.

    Wenn man dann schon in der Grundschule größer als die Lehrerin ist und in die Schuhe der Mutter passt, ist das zum Teil lustig, zum anderen aber auch nicht. “Groß“ bedeutete immer zugleich, dass man ja weiter sein musste als die anderen. Selbständigkeit, Vernunft, gut gelöste Aufgaben und Leistungen galten bei den Lehrern als selbstverständlich. Kleinere, süßere Kinder standen oft unter Welpenschutz, wurden häufig bevorzugt und vor allem öfter gelobt.

    Das leidige Thema Kleidung

    Wenn man groß ist, sticht man heraus. Wenn man nur kleine und zarte Menschen um sich herum hat, umso mehr und vor allem gefühlt umso mehr. Von Jungs brauche ich gar nicht erst anzufangen, die gingen einem oft nur bis zum Bauchnabel und aufgrund gesellschaftlich vermittelter Normen steht man als Teenagermädchen selten drüber.

    Ein…
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