Fliegen für lange Menschen: suche Rechtshilfe

      Fliegen für lange Menschen: suche Rechtshilfe

      Hallo,

      Mit meiner Größe von 2m20 kann ich nicht in einem normalen Sitzplatz platz nehmen, einfach weil es nicht passt.
      Ich bin der Meinung daß die Fluggesellchaft (egal mit wem man fliegt) mir generell einen vernünftigen Platz anbieten soll
      Es steht nirgendwo in den Bedingungen beschrieben, daß nur Personen bis zu einer bestimmte Größe befördert werden.
      Wenn es so wäre dann wäre dies Diskriminierung.
      Wie ist Eure Meinung dazu: könnte man die Fluggesellschaften hier alle verklagen?

      VG

      Robert
      Da werden sich die Juristen äußern müssen. Aber ein paar Gedanken dazu: Niemand MUSS fliegen, daher kann man argumentieren, dass eine Fluggesellschaft in privater Hand ein Angebot machen kann, dass eben niemand anzunehmen braucht. Ich kann ja auch nicht verlangen, dass ich passende Babykleidung kriege. Und wenn passende Plätze eben teurer sind, kannst Du doch fliegen, wenn auch finanziell diskriminiert. Anders könnte es bei staatlichen Fluggesellschaften oder Monopolbetrieben sein. Die haben eine umfassenden öffentlichen Versorgungsauftrag übernommen und dürfen nicht diskriminieren.
      Also: Buch´ einen Flug bei einer staatlichen Gesellschaft und weise beim Vertragsabschluss ausdrücklich auf Deine Platzansprüche hin. Wenn Du als Kunde abgewiesen wirst, klag´Dich bis nach Brüssel. Viel Spaß!
      Die Kunst liegt im Wegl
      Die Plätze werden angeboten, aber meine Erfahrung ist daß man immer extra zahlen muss, und daß sehe ich nicht ein.
      m.E gilt auch daß Fluggesellschaften keine maximumgröße angeben, wenn ich ein Ticket buche. Sie sind warscheinlich noch viel zu wenig damit konfrontiert worden.
      Brussel wäre den richtigen weg, aber man braucht einen langen Atem.

      NLMisterBig schrieb:

      Wie ist Eure Meinung dazu: könnte man die Fluggesellschaften hier alle verklagen?


      Die erste Frage, die sich mir da stellt: Wofür und worauf?

      Willst Du sie auf Mitnahmepflicht verklagen, dazu musst Du schonmal stehen gelassen worden sein.
      Willst Du sie auf den Einbau von Sitzreihen auch für 2,21m Passagiere verklagen, dann auf welcher Basis?

      Warum nicht gleich alle Autohersteller verklagen, weil Du verm. in kaum ein Stamdardmodell reinpasst?

      Will sagen: Es ist ja schön und gut, irgendwie empört zu sein und sich ungerecht behandelt zu fühlen, aber wenn man den juristischen Weg ins Auge fasst, sollte der schin etwas fundierter beschritten werden.

      NLMisterBig schrieb:

      wenn ich in eine situation gedrängt wäre, dass ich keinen Platz bekomme.
      Sehr ruhig bleiben, auf deine Rechte verweisen und einfachen drohen mit einen Anklage und Prozess. Hilft !!!


      Oder der Flugkapitän lässt dich vor der Türe stehen... :D
      Bin ein lieber und großer

      NLMisterBig schrieb:

      wenn ich in eine situation gedrängt wäre, dass ich keinen Platz bekomme.
      Sehr ruhig bleiben, auf deine Rechte verweisen und einfachen drohen mit einen Anklage und Prozess. Hilft !!!

      Nochmal: Welche Rechte willst Du weswegen einklagen?

      Einfach zu sagen "Ich verklag Euch", da wirst Du vermutlich ausgelacht. Das ist schnell gesagt und genau so schnell hat man sich damit blamiert.
      Mit einer ähnlichen Frage befasse ich mich auch gerade.
      Ich habe bis jetzt auf jedem Flug einen Notausgnagsplatz bekommen. (Außer bei meinem Jungesellenabschied wo wir 10 Minuten zu Spät waren) Also nicht reserviert sondern immer auf gut Gluck.
      Bei meinem letzten Flug sagte mir die nette Dame am Check in, das Sie mich schon von weitem gesehen hätte und gleich den Platz geblockt hat.
      Ich persönlich bin gerne bereit, wie jetzt für den nächsten Urlaub, 60€ (Hin- und Rück) für einen XL Sitz zu bezahlen. Generell sollte es hier aber eine Regelung geben. Denn Karl Müller mit 1,65m sollte nicht einen solchen Platz buchen können, kann er aber.

      Da ich nächstes Jahr nach New York möchte habe ich mich hier auch schon mit Flügen beschäftigt. Bei Lufthansa gibt es ja z.b. neue Klassen. Premium Economy oder so ähnlich. Da sollen die Sitze ordentlich viel Platz haben, kosten dann aber auch entsprechend mehr als normal economy (25% so circa).
      Ein normaler Platz würde für mich auch überhaupt nicht gehen. Eigentlich müsste man es drauf ankommen lassen. Sollte alles belegt sein bekommt man garantiert ein Upgrade. :)
      Einen kostenlosen Upgrade in die Business Class hat eine koerperbehinderte Freundin mal aus Sicherheitsgründen bekommen - einfach damit man sie im Fall des Falles schnell aus dem Flieger schaffen kann und sie anderen nicht den Weg blockiert.

      Vielleicht sind ja die eingeklmmten Beine eines sehr großen Menschen ein ähnliches Argument
      Viele Grüße
      Barbara :)

      Wenn dir ein Vogel auf den Kopf kackt, denk doch einfach:
      *S.U.P.E.R*, wie gut dass Kühe nicht fliegen können!

      cbartsch schrieb:

      Die erste Frage, die sich mir da stellt: Wofür und worauf?


      Ich denke, dass zum einen Barrierefreiheit auch für "Transportgesellschaften" ein großes Thema ist. Natürlich ist Überlänge keine Art von Behinderung aber im Kontext "Flugzeug" wahrscheinlich schon als "Beeinträchtigung" einzustufen, worauf die Airlines allgemein reagieren sollten.
      Da sie aufgrund des enormen Kostendrucks nicht allgemein alle oder eine gewisse Anzahl von Plätzen vergrößern können, sollte zu mindest das Personal vor Ort geschult sein, angemessen zu reagieren - sprich: Jemand der in einem Flugzeug nicht einmal aufrecht stehen kann, sollte immer & automatisch einen größtmöglichen Platz (z.B. Notausgangsplatz) angeboten bekommen ...auch wenn andere Fluggäste dafür umgesetzt werden müssen.

      Da bei Fluggesellschaften die Sicherheit WEIT(!) vor Komfort, Pünktlichkeit und Service steht, lohnt es sich vielleicht vor Ort aber z.B. auch in sozialen Netzwerken damit zu argumentieren.
      Ein 2,20m großer Mann ist im Falle einer Evakuierung nämlich sicherlich im Vorteil aller Fluggäste so schnell wie möglich aus dem Flugzeug zu bekommen (soll heißen: Notausgang!) ...in diesem Moment gilt es nicht mehr zu sagen: "der ist aber stark und kann helfen". Wenn über 200 Leute in weniger als einer Minute aus einem Flugzeug gelangen müssen, ist jemand dessen Beine in, unter und zwischem dem Sitz eingeklemmt sind mit Sicherheit ein Problem.

      Frage: gab es nicht einmal ein Urteil zum Thema "Überleibigkeit"?
      Sinngemäße Antwort einer Stewardess im ausgebuchten Flieger in Portugal auf meine Frage, ob man vielleicht ausnahmsweise die Plätze tauschen könnte:

      "Nein und was wollen Sie auch machen, hierbleiben?"

      Fliegen ist daher für mich nicht wirklich mehr eine Option. :thumbdown:
      Bin ein lieber und großer
      ich glaube wenn ich einen guten Tag gehabt hätte, haette sich die Flugbegleiterin was von mir angehört. Die dürfen sehr wohl umsetzen, wenn es der Sicherheit dient.

      Auf alle Fälle wuerde ich mich nach so einem Erlebnis schriftlich bei der Airline beschweren - auch damit die "da oben" wissen, was die "da unten" für Mist verzapfen (und nebenbei waere auch der Frust aus dir raus ;) ).
      Viele Grüße
      Barbara :)

      Wenn dir ein Vogel auf den Kopf kackt, denk doch einfach:
      *S.U.P.E.R*, wie gut dass Kühe nicht fliegen können!
      so Moin erstma :)

      bin neu hier, aber bei dem Thema geht mir so die Hutschnur hoch das ich mich gleich ma anmelden muss..

      Auch wenn ich mit meiner Grösse zu den kleineren unter den Grossen gehöre: es ist eine absolute Frechheit was im Flugbetrieb läuft.
      Ich hab vor anderthalb Jahren eine Reisetätigkeit angenommen und bin seitdem acht mal nach Asien hin und zurück. Plus zwischenflüge dort und innerhalb Europa noch ein paar dazu. Alles Eco weil, tja, falsche Branche ;)

      Meine Flugerfahrung davor war rudimentär, aber bei meinem einzigen Langstreckenflug nach Mittelamerika 2006 hatte ich keine Probleme zu sitzen. Also bin ich nicht davorn ausgegangen das ich im meinem Job ein Problem bekommen würde. Hab ich aber. Und wie.

      Mein erster Flug nach China war mit Turkish Airlines. Davor schon in Rumänien gewesen, in Bukarest am elektronischen schalter eingecheckt und konnt mich dort in die erste Reihe setzen. Der Flug von Istanbul nach Hongkong war so: "ja was beschweren sich denn alle immer, ist doch Platz, voll bequem hier." Die Klatsche kam auf dem Rückweg. Hatte beim Hinflug nicht gepeilt das ich aus welchem Grund auch immer in der Eco Plus (was bei Turkish die alten business-sitze sind) sass. Das erste mal Eco: ich bin verreckt. Kein Auge zugetan, ich musste mit voll angewinkelten Beinen zum Vordersitz sitzen, und die Beine soweit spreizen das die Knie links und rechts vom Vordersitz im zwischenraum waren weil mit geraden Beinen hab ich gar nicht reingepasst. Wenn ich ein Bein zumindest auf den Gang strecken wollte, sind andere Passagiere und auch die Crew mit ihrem Wagen ohne Rücksicht drüber.

      Bin seitdem mit Quatar (knie `normal` auf anschlag, Füsse nicht unter den Vordersitz streckbar), Emirates (wie Qatar), Thai (ebenso), Air France / Klm (gefühlt fast furchtbarer), Ethiad (bei den neuen Maschinen das gleiche) und innerhalb europas mit Swiss, Air Italia, Sun Airways und TAP geflogen. Swiss und Lufthansa hab ich Langstrecke aufgrund erzählungen bis jetzt vermeiden können.

      Konsequenz: Also über 1,90 Mensch bist du regulär, pardon, gefickt. Kann ich echt nicht anderst sagen.

      Ich hatte bisher ziemlich viel Glück (und auch techniken entwickelt) was upgrades und Notausgangsplätze betrifft... aber wenn beides nicht der Fall ist und ich wie bei Thai von Zürich nach Hanoi 14 Stunden mit voll abgewinkelten Knie sitzen muss (jaa, alle zwei Stunden aufstehen, knie strecken, blablabla...) - ich lag nachts mit Wadenkrämpfen im Bett und die Waden waren drei Wochen lang verhärtet.

      Ich kann bei nem Billigflieger verstehen, dass die sitze so weit zusammengerückt werden, aber auf Langstrecke?

      Vor allem wenn wir noch folgenden Punkt bedenken: ich sass von Shanghai nach Hongkong in ner nagelneuen Maschine von Dragon air. Ich hatte 5cm Platz zum vordersitz. Ich war einfach nur noch Konsterniert das Asiaten etwas konzipieren, wo zwei Meter Menschen perfekt sitzen können, währen die europäsischen / arabischen Airlines, wo im Schnitt grösser Menschen leben, das nicht für nötig halten. Gut, Dragon air wurde zur besten Eco-Fluggesellschaft gewählt und ist auf der geflogenen Strecke deutlich teurer als die Konkurrenz. Aber: bin vor ein paar Wochen Langstrecke auf Cathay Pacific, die Muttergesellschaft, umgebucht worden. Ich hatte Knieabstand zum vordersitz, konnte meine Beine ausstrecken, ich habe von 12h Flug 7 geschlafen... perfekt. Auf meine Fassunglosigkeit darüber meinte mein Chef: Ja, die benutzen halt die alten Maschinen die bei uns ausgemustert wurden.

      Und das ist der Punkt der mich, hät ich die Zeit und das Geld, definitiv gegen die Airlines Klagen lassen würde: Irgendwann die letzten zehn / fünfzehn Jahre hat es angefangen, dass Menschen über 1,90 aus ökonomischen Gründen bei Economie-Flügen gesundheitliche Probleme bekommen - ausser du Zahlst extra. Und das ist diskiminierung.

      Und das ist in meinen Augen ein Fakt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „machonglee“ ()

      Welche Techniken hat Du denn entwickelt? Die einizge dich kenne, und die bis jetzt immer geklappt hat ist, früh genug da zu sein und zu hoffen, das man aus der Ferne schon wahrgenommen wird und die Kollegen am Schalter das irgendwie umsetzen. Für die Zukunft werde ich aber immer versuchen, einen Platz vorab zu reservieren.

      Premium Eco etc. ist ja alles schön und gut, kostet aber dementsprechend.
      Ja, es ist mir auch aufgefallen, daß deutsche Airlines mit die engsten Sitze haben. Spinnen die oder was? Und was ist mit KLM? Dort wohnen die längsten Menschen der Welt!

      Notausgang ist cool, wenn Du alleine reist. Aber mit Familie hast Du voll Pech, es sei denn, die ganze Familie wird im Flieger verteilt. Wir haben jedenfalls für unseren nächsten Flug heftig draufgezahlt und Economy Plus gebucht. Werde Euch alle wissen lassen, ob's sich gelohnt hat.
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