IPare - InformationsPortal fuer die Ausstattung von REHA Einrichtungen

  • Ich plane die Erstellung und den Betrieb eines Informationsportals, das die Ausstattung von REHA-Einrichtungen transparent auflistet.

    Der Hintergrund: Ich selbst bin 204 cm groß und wiege 155 kg. In den letzten Jahren musste ich drei REHA-Maßnahmen abbrechen, weil die Einrichtungen schlicht nicht auf meine körperlichen Bedürfnisse ausgelegt waren.

    Für Menschen mit meiner Körpergröße sind viele Dinge unbrauchbar – seien es Stühle, Tische, Waschbecken, Toiletten, Schränke, medizinische Geräte, Ergometerräume oder Schwimmbäder. Zuletzt musste ich eine REHA bereits nach zwei Tagen abbrechen, da die unpassende Ausstattung zu Schmerzen und Problemen führte.


    Die Einrichtungen wurden mir jeweils vom Sozialdienst der Krankenhäuser vermittelt, wobei mir am Telefon versichert wurde, dass auch große Menschen dort gut versorgt werden können. Bei der letzten REHA habe ich die Einrichtung sogar im Voraus besucht. Man versicherte mir, dass alles Notwendige vorhanden sei oder organisiert werden könne. Doch in der Realität war dies nicht der Fall.

    Nach einer Hüftoperation mit einer neuen Hüfte bin ich besonders auf passende Stühle angewiesen – solche, die meinen Bedürfnissen entsprechen und nicht nur halb so hoch sind wie mein Unterschenkel.

    Wir haben schließlich ein Recht auf Barrierefreiheit und Inklusion, wie es das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vorschreibt. Es ist daher umso wichtiger, dass solche Informationen zugänglich gemacht werden, um Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine selbstbestimmte Wahl zu ermöglichen.

    Dieses Informationsdefizit möchte ich angehen. Meine Idee: Ein neutrales, durchsuchbares Portal, das eine klare Auflistung der Ausstattung von REHA-Einrichtungen bietet. Es soll keine Bewertungsplattform sein, sondern rein sachliche Informationen bereitstellen. Zudem könnten verifizierte Patienten die Daten regelmäßig aktualisieren, um sie „frisch“ zu halten.

    Wie steht ihr zu dieser Idee? Wäre ein solches Portal aus Eurer Sicht hilfreich?

    Ich werde natürlich auch Krankenkassen kontaktieren und diese zu diesem Thema befragen. Die Rentenversicherung ist auch schon informiert, hat bisher aber noch nicht reagiert. Der Landesverband NRW der Kleinwuechsigen Menschen steht hinter der Idee, der Bundesverband ist auch schon informiert.

  • Klingt auf den ersten Blick für mich nach ner guten Idee. Ich fürchte aber, dass da nichts wirklich brauchbares bei rauskommt: So eine Plattform lebt ja von möglichst vielen Erfahrungen, die da geteilt werden. So viele Leute gibts aber vermute ich nicht, die derart "aus dem Rahmen" fallen.


    Schau dieses Forum an, das sich allgemein mit "großen Leuten" befasst. Ich sag mal, große Männer über 2 Meter gibts heute jede Menge. nur wenige davon sind hier aktiv. Von den hier "Aktiven" sind etliche auch nur relativ groß. Ich habe 2 Meter und so um die 125 KG, liege hier vielleicht irgendwo im Mittelfeld. Rehaherfahrungen habe ich keine. Im Krankenhaus kam ich bisher klar. 2,20 lange Betten gibts da überall oder entsprechende Verlängerungen. Stabil sind die Betten auch, die Matrazenqualität... na lassen wir das. Die keine 2 Wochen, die ich bisher im Krankenhaus verbracht habe, kam ich mit niedrigen Waschbecken / Klos / engen Duschen und ähnlichem gut klar.


    Ich vermute, um da nicht klar zu kommen, muß man deutlich größer schwerer und eingeschränkter sein.


    Dann die Frage, wer von den wenigen so großen dann auch noch betroffen war. Ich habe in 57 Jahren noch keine Reha gebraucht. Unterm Strich werden da sehr wenige ihre Erfahrungen teilen.


    Dazu kommt, dass man sich Rehaeinrichtungen ja auch nicht unbedingt aussuchen kann. Welche fachlichen Schwerpunkte, wie versichert, welche Kasse etc. spielt da ja auch noch alles rein.


    Dann ist die Art der Einschränkung aufgrund derer man ne Reha ggfs. braucht, ja auch sehr unterschiedlich. Als ich im KH war, war ich mobil und beweglich. Da kommt man auch mit ner normalen Dusche / Toilette / Waschbecken klar. Als mein Vater nach ner Hirnblutung vor vielen Jahren in einer Reha war, war der fast bewusstlos und so eingeschränkt, dass er sich nicht mal aufrichten, geschweige denn aufstehen konnte. Da ist dann völlig egal, wie klein die Sanitäreinrichtungen sind.


    Bei deinem Beispiel "Schwimmbad" kann ich mir kaum vorstellen, wo da die Probleme bei der Körpergröße liegen. Vielleicht Ein- und Ausstieg? Der größte Große, den ich kenne, passt jedenfalls locker in das kleinste Schwimmbecken, das ich je gesehen habe.


    Am Ende muß man natürlich auch die Situation der Rehaeinrichtungen sehen. Die können sich ja gar nicht auf alle eventuell auftretenden Besonderheiten einstellen. Zudem müssen die ja auch irgendwie wirtschaftlich arbeiten. Die werden kaum einen Tausender in irgendein Spezialgerät investieren, das nur alle 10 Jahre mal gebraucht wird.


    Das ist vermutlich der Ansatz, den Du verfolgst: Ne Datenbank, in der man nachschauen kann, wo es was an Spezialzeugs gibt. Da nützt es aber auch wenig, wenn man weiß, dass es in Bayern ein passendes Klo und in Hamburg ein passendes Bett gibt.


    Aber ich will Dir die Idee nicht schlecht machen oder gar ausreden. Natürlich gibt es die Probleme, die Du kennst, auch bei anderen Leuten. Und natürlich kann umfassende Information helfen, passende Lösungen zu finden.

    Wenn Du das angehst, viel Erfolg und halt uns auf dem Laufenden!

  • Zitat

    Ich vermute, um da nicht klar zu kommen, muß man deutlich größer schwerer und eingeschränkter sein.

    Nein, er reicht zum Beispiel, wie bei mir, eine Hueft OP. Dann darfst Du dein Bein fuer mehrer Monate niocht wirklich anwinkeln. Der Winkel zwischen Oberschenkel und Oberkoerper muss immer > 90° sein. Sonst besteht die Gefahr, das die Huefte wieder rausspringt.

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    Dazu kommt, dass man sich Rehaeinrichtungen ja auch nicht unbedingt aussuchen kann.

    Nein, im Normalfall bekommt man meines Wissens drei Einrichtungen vorgeschlagen. Zumal man mit dem Sozialdienst ja auch sprechen kann. Ich habe dies immer getan und die haben sich um die Suche gekuemmert. Nur leider gibt es keine Listen mit Einrichtungen fuer Lange/Kurze Menschen. Fuer Adipositas gibt es schon Uebersichten. Fuer viele Einrichtungen ist es eben auch nur die Bettsache. Wenn sie eine Bettverlaengerung haben, bedeutet dies fuer die meisten, das sie uns lange versorgen koennen. Das ich aber an einem Tisch nicht sitzen kann, der knapp Kniehoch ist, wird nicht beruecksichtigt, weshalb ich an einem Stehtisch sein musste. Mit einer frisch operierten Hueft OP macht sowas keinen Spass.






    Zitat

    Bei deinem Beispiel "Schwimmbad" kann ich mir kaum vorstellen, wo da die Probleme bei der Körpergröße liegen.

    Leider doch enorm. REHA Schwimmbecken sind im Normalen max. 135cm tief, das ist fuer viele schon "bis zum Halse". Mir geht das gerade mal ueber den Bauchnabel. So sind Hueftentlastende Uebungen nicht moeglich. Ein Ziel der Schwimmbaeder ist ja, das der Patient lernt, mit seinen verfuegbaren Faehigkeiten wieder klar zu kommen. Und alles auf den Knien machen, geht nicht.

    Leider habe ich auch keine Freigabe vom Arzt fuer das freie Schwimmen erhalten, weil das Wasser eben nicht tief genug ist. So sind die Regeln. Somit konnte ich auch nicht einfach so im Schwimmbad entspannen.



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    Am Ende muß man natürlich auch die Situation der Rehaeinrichtungen sehen. Die können sich ja gar nicht auf alle eventuell auftretenden Besonderheiten einstellen. Zudem müssen die ja auch irgendwie wirtschaftlich arbeiten. Die werden kaum einen Tausender in irgendein Spezialgerät investieren, das nur alle 10 Jahre mal gebraucht wird.

    Darum geht es ja ueberhaupt nicht. Fakt ist, das viele Menschen laenger werden. Und auch darauf muessen sich die REHA Einrichtungen einrichten. Ich habe ein Fitnessstudio gefunden, das auch Ergometer, Laufbaender, Muskelaufbaugeraete usw. in etwas groesser haben.



    Ich will eine Datenbank, wo ich einsehen kann, wie ist die Einrichtung. Kann ich mit meinem Rollator ueberhaupt auf das Zimmer kommen (Dies war jetzt aktuell zum Beispiel nicht so, weil der Fahrstuhl einfach zu klein war), welche Hilfsmittel muss ich evt. selbst mitnehmen (Ich habe mein eigenes Sitzkissen in 10 cm Hoehe), aber es geht auch Gewichtsbelastungen. Wenn Du keine Massagen bekommen kannst, weil der Massagetisch dich nicht aushaelt oder der HydroJet nur 1.80 lang ist und max. 95kg tragen kann, bringt dir sowas nichts.

  • Ich finde die Idee hervorragend, sehe da aber sehr viel Arbeit auf dich zukommen wirklich so viel Informationen über die vielen verschiedenen REHA-Einrichtungen zu sammeln dass ein wirklich praktikables InfoPortal heraus kommt. Die Bedenken von Lange-Koeln sehe ich ähnlich.

    Ich habe schon vier REHA's gemacht, allerdings immer ohne akute vorherige Ereignisse wie eine OP oder einen Unfall, immer einfach genehmigt nur zur "Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit".

    Bei meinen vorherigen Recherchen über die Klinik habe ich mich immer nur auf ein langes Bett beschränkt und die Klinik vorher über meine Größe informiert. Mit einem langen Bett oder einer Verlängerung hat es auch immer gut geklappt, ich hätte mich aber auch schon mit einem Bett ohne Fußteil zufrieden gegeben. Mit normalen Stühlen, niedriges Schwimmbecken usw. habe ich mich arrangiert, was ja ohne akute gesundheitliche Einschränkungen kein Problem war. In Wartebereichen für Anwendungen oder Arzt standen aber auch immer hohe Stühle zur Verfügung, im Speisesaal gab es Keilkissen zum unterlegen. Die wollte ich aber keinem frisch operieren wegnehmen.
    Fitnessgeräte (*1), Massagebänke (Füße hängen eben über) waren eigentlich auch kein Problem. Ich wiege allerdings "nur" 105 kg daher ist es bei mir wirklich nur die Länge.

    Zitat

    Kann ich mit meinem Rollator ueberhaupt auf das Zimmer kommen (Dies war jetzt aktuell zum Beispiel nicht so, weil der Fahrstuhl einfach zu klein war)

    Von einer Klinik die Patienten mit Hüft-OP behandelt sollte man das allerdings erwarten können. In meiner letzten Klinik waren sehr viele mit Hüfte- und Knie-OP, da war dies kein Problem.


    Bei den ersten drei REHA's wurde ich noch einfach über die Klinik informiert. Inzwischen, also auch bei meiner letzten, kann man sich eine Klinik vorher selbst aussuchen. Weil ich das nicht gemacht hatte und nur geschrieben hatte dass ich nicht ein drittes Mal in die selbe möchte, wurden mir 4 Kliniken zur Auswahl vorgeschlagen. Wobei 2 davon von der Fachrichtung völlig falsch gewesen wären.


    Gerne werde ich dich mit meinen eigenen Erfahrungen mit drei verschiedenen REHA-Kliniken unterstützen. Leider aber auch nicht sehr im Detail, da ich mich wie gesagt eigentlich nur um ein langes Bett gekümmert habe. Mit anderen Unzulänglichkeiten konnte ich mich zum Glück gut arrangieren.



    *1 = Bei der letzten REHA konnte das Fahrradergometer zum offiziellen Cardiotraining nicht hoch genug eingestellt werden. Wegen schlechter Sitzposition habe ich da immer weniger Watt gemacht als eigentlich möglich gewesen wäre. Andere Ergometer konnten, für privates Training, höher eingestellt werden, hatten aber keine Pulsüberwachung, durften daher beim offiziell angesetzten Training nicht benutzt werden.

    Einfach weniger Energiekosten + Das große Vergleichsportal


    Zwischen Bremen und Neapel, zwischen Wien und Singapore habe ich manche hübsche Stadt gesehen. Städte am Meer und Städte hoch auf Bergen,
    und aus manchem Brunnen habe ich als Pilger einen Trunk getan, aus dem mir später das süße Gift des Heimwehs wurde.
    Die schönste Stadt von allen aber, die ich kenne, ist Calw an der Nagold, ein kleines, altes, schwäbisches Schwarzwaldstädtchen. ...


    ..., und bleibe dann lang auf der Brücke stehen. Das ist mir der liebste Platz im Städtchen,
    der Domplatz von Florenz ist mir nichts dagegen.
    (Hermann Hesse, Nobelpreis für Literatur 1946)


    Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
    Wenn du deine Feinde behalten willst, versuche nicht, sie kennenzulernen. (Campino - Die toten Hosen)
    Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people. (Eleanor Roosevelt)
    Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt. (Albert Einstein)

  • Wie gesagt, echte Ahnung hab ich nicht, waren nur ein paar Ideen. Das liest sich so, als könntest Du den EDV-Kram selber machen. Ne Domain kostet nicht viel, wenn das nicht allzuviel Arbeit ist und Dir Spass macht, leg los. Irgendjemand hat mal einen online-Buchhandel auf die Beine gestellt, da gab es sicher auch ein paar Bedenkenträger - über die derjenige heute vermutlich schmunzelt.

  • So, Rueckmeldung nach 1,5 Jahren. Ich geh morgen wieder in die REHA. Habe jetzt mal wieder eine neue Huefte bekommen. Die Aggertalklinik in Engeldkirchen. Unter anderem Adipositasklinik fuer Menschen ab 200kg bis 300kg.

    Dort ist alles super genial gross und belastbar. Das wird witzig.


    Aber das Beste ist, iPare wird erstmal nicht umgesetzt. Nachdem Krnakenkassen und Haeuser sich nicht fuer solch eine Auflistung ausgesprochen haben, bin ich auf "die andere Seite gegangen". Die bestehenden Suchmaschinen. Und habe einen Mitkaempfer gefunden: https://www.dasrehaportal.de/reha


    Sie bauen im Juni meine Ideen fuer uns Lange, aber auch fuer Kleingewachsene ein. Ich werde als externer Berater erstmal fungieren.


    Ich berichte weiter.