Skoliose

  • Hallo zusammen,


    bei mir wurde auch mit 10 oder 11 Jahren eine krumme Wirbelsäule festgestellt, wir sind dann von Arzt zu Arzt gegangen und jeder hatte eine andere Meinung, der eine sagte das wächst sich raus, der andere verordnete mir ein Gipsbett, in diesem Ding konnete ich sehr schlecht schlafen und morgens lag ich immer ohne das Ding da, dann haben die mir Gurte an das Ding gemacht und ich sollte darin angeschnallt werden, ich habe mich aber nicht darein schnallen lassen. Dann ist entschieden worden, ich soll ein Milwaukee Korsett bekommen, konnte mir aber zu der Zeit garnicht vorstellen was das ist, erst bei der Anprobe war ich schockiert, ich bekam ein enges Teil um den Bauch, was bis zum Po ging, drei Stangen gingen bis zum Hals, die mit einer Schraube im Nacken zugemacht wurden. Es war schrecklich ich habe mehrere Monate gebraucht bis ich das Korsett den ganzen Tag tragen konnte, ich war steif vom Po bis zum Kopf, nach einer gewissen Zeit mußte ich das Ding auch nachts tragen, habe oft nicht geschlafen, wel alles weh tat. Immer wenn ich ein wenig gewachsen war, wurde das Halsteil höher gestellt
    die haben mich mit dem Ding richtig lang gezogen, Habe dann mehrmal ein neues Korsett bekommen was auch immer sehr hoch eingestellt war,
    ich glaube ich bin so groß geworden, wiel ich das Milwaukeekorsett so lange tragen mußte??

  • Das Milwaukeekorsett ist seit ungefähr 20 Jahren abgelöst von anderen Baumustern, die ganz überwiegend ohne den häßlichen Halsbügel auskommen und wirksamer sind. Stichworte sind Boston Brace oder Cheneau-orthese mit Weiterentwicklungen.
    Wenn durch die Korsettbehandlung eine starke Verkrümmung verhindert worden ist, bist Du tatsächlich auch dadurch zu Deiner Endgröße gelangt, mit krummem Rücken wäre nämlich der Rumpf kürzer. Aus vielen Gründen nicht erstrebenswert, so eine krumme Wirbelsäule.
    Gipsliegeschale und Rumpforthesen wie die oben benannten sollen das Wachstum lenken, haben also nach Abschluß des Wachstums keinen Sinn mehr.

  • Das Milwaukee Korsett habe ich getragen bis ich 20 Jahre alt war, mit 17 Jahren würde mit das Milwaukee zu klein und dann hieß es ich brauchte vielleicht keins mehr, bei der Untersuchung wollter der Arzt unbedingt, daß ich nochmal ein neues bekomme, dann vielleicht ohne Halsring, ich war das Korsett so leid und wollte wie andere Tenies in meinem Alter, mich frei bewegen können.
    Einem neuen Korsett habe ich dann doch zugestimmt und alle wollten daß es wieder ein Milwaukee mit dem supertollen Halsring wird.
    Kati

  • Ich habe jahrelang ein Boston-Korsett getragen (Tag und Nacht) und habe es so was von gehasst!! Ausserdem bezweifle ich, ob das Ding überhaupt was gebracht hat: Wenn man nämlich nicht ganz konsequent täglich seine Krankengymnastikübungen macht, baut sich die Rückenmuskulatur ab... (Und welches Kind macht das schon gerne?)


    Bei der jeweiligen Anpassung bzw. Kontrolle des Korsetts wurde ich ausserdem so oft geröntgt, dass die Radiologieassistentin schon nicht mehr wusste, mit welcher Strahlendosis sie denn nun schon wieder eine Aufnahme machen soll. ;teigrolle


    Mit 16 habe ich das Teil irgendwann einfach nimmer angezogen - und hatte viele Monate lang starke Rückenprobleme. Z.B. war nach einer Stunde Einkaufsbummel o.ä. das absolute Ende der Fahnenstange erreicht, weil mir dann dermassen der Rücken wehtat, dass ich mich dringend hinsetzen oder -legen musste.


    Und dem Selbstwert- und Körpergefühlgefühl eines heranwachsenden Menschen tut ein Korsett auch alles andere als gut. Ich habe mich einfach nur gefühlt wie eine menschliche Fehlkonstruktion und fand es furchtbar, nicht die tollen knackig engen Jeans tragen zu können, wie die anderen... ;m7-

  • Das große Problem bei der Behandlung junger Mädchen mit Skoliose ist nach wie vor, daß wir nicht wissen, was als Ursache dahintersteckt, warum zum Beispiel so viel öfter Mädchen als Jungen betroffen sind, warum es öfter den Bogen nach rechts als nach links macht und vor allem, welche Skoliosen auch ohne jede Behandlung bei -sagen wir- 20 ° n.Cobb stehenbleiben und welche in wenigen Monaten auf böse 90° davonsausen.


    Da könnte man durchaus die Position vertreten, daß man besser eine zuviel behandelt als eine zuwenig. Aber es ist viel komplizierter.


    Übrigens: Ein klassischer Lehrsatz zum Thema "Skoliosebehandlung": Skoliosemädchen haben eine Seele aus Glas. Da wäre Feingefühl doppelt wichtig. Leider muß ich zugeben, daß das nicht bei allen Orthopäden die größte Tugend ist. (Anwesende ausgenommen :D)

    Die Kunst liegt im Wegl

    Einmal editiert, zuletzt von Stevo ()

  • Hallo zusammen, ich will mich auch mal wieder melden,
    habe die letzte Zeit den Eindruck mein krummer Rücken verschlimmert sich wieder, habe ja in meiner Teenie-Zeit ein Milwaukee-Korsett getragen, dadurch bin ich schon ziemlich gerade geworden, nur jetzt werde ich wieder krummer.
    Hab mein altes Milwaukee-Korsett auf dem Dachboden gestern in dei Hände bekommen und es mal wieder angezogen, ich war erstaunt, daß das Teil um den Bauch noch passte, obwohl ich lange gekämpft habe, es anzuziehen, sogar den Halsring konnte ich zumachen, ich habe es natürlich nicht lange so gestreckt ausgehalten, kann das schädlich sein wenn ich das Korsett mal wieder trage, vielleicht kann ich ja damit die weitere Verkrümmung aufhalten?


    liebe Grüße
    Kati

  • Versprich' Dir vom Tragen des Milwaukee-Korsetts nach Abschluß von Wachstum und Skelettreifung nicht zuviel, es ist zur Wachstumslenkung konstruiert, und wenn kein Wachstum geschieht, gibt es nichts zu lenken.
    Kräftige Dein eingebautes Muskelkorsett, am Anfang mit einer erfahrenen Physiotherapeutin, dann natürlich selber alleine, konsequent und lebenslang. Laß' Dich von einem spezialisierten Orthopäden über geeignete sportliche Aktivitäten für DICH individuell beraten, und überlege mit Deinem Orthopäden, ob ein strukturiertes Heilverfahren (stationär oder ganztägig ambulant, zu Lasten der gesetzlichen Rentenversicherung, ersatzweise zu Lasten der Krankenkasse) jetzt der richtige nächste Schritt ist.

  • Hallo!


    Ich bin grade erst in dieses Forum herein geplatzt und freue mich sehr, daß es überhaupt sowas gibt. Dann las ich auch noch gleich diesen Threat und nun fertige ich gerade meinen 1. Eintrag hier an...
    Also, ich bin 27 Jahre alt, bin 1,84m groß und habe mit 11 Jahren Morbus Scheuermann diagnostiziert bekommen. Hatte damals höllische Schmerzen und eine ziemliche Blockade im Lendenwirbelbereich.
    Seither mache ich-mehr oder weniger- regelmäßig Sport, doch die Schmerzen haben seit ca. 1 Jahr wieder enorm zugenommen.
    Auch ich leide mittlerweile an einer Skoliose, die wohl durch diesen Morbus Scheuermann hervorgerufen wurde. Langsam merke ich auch eine Rotation in der Wirbelsäule bzw. im Becken. Kann das schwer ausdrücken, irgendwie steht nix mehr in der Position, wie es mal war. Aber von außen fällt es gar nicht auf. Ist ein reines Wahrnehmungsproblem.


    Liebe Grüße,
    Katty

    Lebe jeden Tag so, als ob er der Letzte in Deinem Leben wäre.

  • An alle, die sich in der mittelalterlichen Kunst besser auskennen als ich:


    ;kaffee


    KANN ES SEIN, dass das, was wir heute Skoliose nennen, im Mittelalter oder in der Kunst im Dienste der Kirche ein Schönheitsideal war?
    Diese Frage drängte sich mir vor ein paar Jahren auf in einer Ausstellung von Heiligen- und Märtyrerfiguren aus Kirchen im ostpreußischen Ordensland. Die Mehrheit von ihnen - vor allen die Frauen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ausschließlich diese - standen in einer seitlich S-förmig gebogenen Haltung, die ich als Laie als eine qualvolle Krümmung empfand. Bei einer Maria, die ihr Kind auf der Hüfte hält, hätte ich diese Haltung nachvollziehen können, aber es waren viele Frauennamen vertreten.


    Sollte damit eine besondere Demut/ Bußfertigkeit/ Selbstkasteiung o.ä. ausgedrückt werden? Oder war damals Skoliose ein Massenphänomen bei Frauen, die von Kindheit an an schwere Arbeit und schwere Traglasten gewöhnt waren? Zumal die Frauen bei der Verteilung der Nahrung eher hinten anstanden.


    Und nicht jedes Schönheitsideal ist auch gesund für die Betroffenen; siehe Schlankheit um jeden Preis.

    Fool me once - shame on you. Fool me twice - shame on ME!
    Montgomery Scott

  • Interessante Frage.
    Könntest Du mal solche Darstellungen zeigen oder einen Link posten, wo sich sowas nachschauen läßt?
    Früher (also vor Jahrhunderten) waren Begriffe in der Medizin anders definiert oder wurden anders verstanden.
    Bei den "Buckligen" waren also Menschen, bei denen wir heute eine Skoliose diagnostizieren würden, aber auch Tuberkulosekranke, wo eine Entzündung an der Wirbelsäule (Spondylitis) zu einer Schwächung der Wirbelkörper und dann zum Buckel geführt hat.
    Und dann gibt es in der Darstellung von geistlichen Themen (im Mittelalter wohl der ganz überwiegende Teil aller Kunst) symbolartige Überhöhungen von bestimmten Haltungen, das hat was mit einer regelrechten Bildersprache zu tun, wo Haltungen, Gewandfarbe, Gegenstände usw. benutzt wurden, weil wenige Leute lesen konnten.
    Welche Krankheiten dabei dargestellt wurden, darüber haben Kunst- und Medizinhistoriker geforscht, mit manchmal sehr interessanten Ergebnissen.


    Wenn Du also ein bestimmtes Bild auftreiben kannst, könnte ich vielleicht genauer recherchieren.

  • Hallo Stevo,


    ich freue mich über jeden, der mich ernstnimmt!


    Den hier 8) benutze ich wahrscheinlich etwas zweckentfremdet, im Sinne von "Das will ich jetzt genauer wissen!"


    Tut mir leid, mit einem Link kann ich nicht dienen, und mein Internetzugang ist gerade so schneckenlangsam, dass ich die Suche vorläufig aufgegeben habe.


    Die Ausstellung befand sich im ehemaligen Bischofsschloß in Lidzbark Warminski, dem früheren Heilsberg in Ostpreußen. Es handelte sich um aus Holz geschnitzte Heiligenfiguren aus ostpreußischen und masurischen Kirchen, die über die Reformation gerettet worden waren. Folglich befanden sie sich in recht unterschiedlichem Zustand: Von gut erhalten über Holzwurmbefall bis hin zu kaputten Resten war alles vertreten. Die meisten waren nicht mehr als einen halben Meter hoch und standen auf einer Stufe knapp unter Blickhöhe.


    Die Statuen, die mir in Erinnerung geblieben sind, waren nicht "bucklig", d.h. nach vorn gebückt, sondern seitlich geknickt, in der Frontansicht verbogen.
    Dass das keine medizinische Darstellung war, sondern eine religiöse Bedeutung hat, das war das Einzige, was ich mit Sicherheit begriff. Nur fand ich diese Anhäufung von so vielen gleich qualvollen Wirbelsäulenschäden so erdrückend, dass ich mich in diesem Raum nicht lange aufgehalten habe. Jetzt, beim Blättern hier, fiel es mir wieder ein.


    Die Ausstellung war auf Ostpreußen bezogen, die Exponate deutschen und polnischen Ursprungs, aber eindeutig katholisch, da aus der Zeit vor der Reformation. Da müßten die Heiligen in den Kirchen in Münster doch die gleiche Haltung haben? Ich suche mal weiter, aber nicht mehr heute nacht.

    Fool me once - shame on you. Fool me twice - shame on ME!
    Montgomery Scott

  • Hallo Stevo,


    nicht gerade repräsentativ, aber als ersten Anhaltspunkt habe ich bei e-bay eine Heilige Katharina gefunden: Auktionsnummer 280181357055, endet am 05. 03. um 17:24 Uhr.


    Sie zeigt diese seitliche Verbiegung, die mir damals so geballt in der Ausstellung aufgefallen war. Allerdings sind hier, im Gegensatz zu den damaligen Exemplaren, die Füße zusehen. HIER ist die Körperhaltung weniger eine Fehlstellung als eine angenommene Pose, was wiederum mehr für ein Schönheitsideal oder christliche Bildsprache spricht als für ein medizinisches Phänomen.
    (Oh yeah, ich weiß schon, wer mir jetzt einen Vogel zeigen würde - aber das ist mir egal.)


    Hierbei tritt eine Hüfte ähnlich weit hervor wie bei einer Madonna, die ein Kind darauf trägt, nur, dass das Kind fehlt und der Name ein anderer ist.
    Eine solche Haltung suggeriert seit Ewigkeiten ein breites und folglich gebärfreudiges Becken, eignet sich bestens als Verführungspose und findet als solche gern Anwendung in heutigen Bekleidungskatalogen, egal, ob passend oder nicht.
    Nur paßt DIESE Bedeutung nicht zu einer Heiligen, die doch eher an das klösterliche Keuschheitsgebot gebunden war, und wenn nicht zu Lebzeiten, dann auf jeden Fall in der christlichen Überlieferung. Da hätte ich mich also in eine Sackgasse geritten.


    Entweder stehen sie, wie unter einer einseitig getragenen Last, die noch eine Hand für andere Arbeiten frei läßt, oder sie machen sich als Frauen klein im doppelten Sinne. Beides paßt in die Zeit und in den ideologischen Kontext - und das ist ganz bestimmt erst die Spitze des Eisberges. 8) Das finde ich noch heraus.


    Allerdings bin ich dann in der medizinischen Abteilung falsch?

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    Montgomery Scott

  • Liebe Brianna, Stevo hier
    Danke für das Bild (den Link zum Bild). Mir als Orthopäden wäre an der geschnitzten Katharina keine Haltungsauffälligkeit ins Auge gesprungen. Die Pose wäre mir eher etwas maniriert /animiert vorgekommen, elegant vielleicht, aber auch irgendwie künstlich.
    Damit neige ich auch eher dazu, jetzt die Kunsthistoriker auf den Plan zu rufen als die Mediziner.
    Wenn Du in Münsteraner Museen oder Kirchen was Passendes entdeckst, maile mir doch, da habe ich es nicht weit :D, und kann es in drei Dimensionen anschauen.
    Eine echte Skoliose ist eine dreidimensionale Wirbelsäulenverkrümmung, daher....
    bis denne
    Stevo
    von Münster nach Münster

  • Hallo, alle miteinander,
    mit großem Erstaunen habe ich in Euer Forum gefunden und einige meiner brennendsten Fragen bereits beim ersten Durchlesen beanwortet bekommen.


    Eigentlich bin ich ja kein "langer Mensch", oder doch?


    Bei 165 cm erlangter Körpergröße nach erfolgter Harrington OP
    (1981/WWK wg. schwerer Kyphoskoliose), habe ich eine "Flügelspannweite"
    von 179 cm, Schuhgröße 41 und Handlänge 19,2 cm und ein Gewicht von 81 kg.


    Könnt Ihr Euch meinen BMI vorstellen ??


    Nach einigen internistischen OP's in den letzten Jahren, habe ich ziemlich große Probleme gehabt, wieder aus der Narkose zu erwachen.
    Während meine Mitpatienten bereits kurz nach den OP's erwachten,
    war ich jedes mal bis zum nächsten Tag kaum ansprechbar.
    Die Anästhesisten hatte ich vorher ausgiebigst über meine besondere "Größenproblematik" informiert, erntete jedes mal ein mitleidiges Lächeln,
    ein freundliches Schulterklopfen mit der Bemerkung: Lassen sie uns nur machen.


    Habe mit dieser Spezies so manchen Strauß ausfechten müssen, ;fechten
    zumal man mich beim MDK als adipös eingestuft hatte, ohne auf meine x-large-Extremitäten einzugehen.


    Manchmal bin ich schon traurig, eine so kleine "Große" zu sein



    Danke für Euer Interesse
    Gruß
    balobay

  • Ich meine auch, dass Skoliose nichts mit der Körpergröße zu tun haben muss, wobei natürlich große Menschen schon eher davon betroffen sind. Bei mir ist zum Glück nur das Gewebe gerissen, als ich so schnell gewachsen bin und nun habe ich "Schwangerschaftsstreifen" auch wenn ich niemals schwanger werden kann

  • Halli Hallo!


    Ich habe vor kurzem mit einem Schreibtischjobn angefangen und (klugerweise wie ich finde) auch mit medizinischem Krafttraining. Inbegrifen war hier die Untersuchung durch einen Arzt, der bei mir auch eine Skoliose festgestellt hat. Durch die trotz allem mangelnde Bewegung (40 h am Computer in der WOche sind halt schwer auszugleichen) hab ich jetzt immer stärkere Probleme durch meine Skoliose.
    Eine Schulter hängt durch meine Haltung jetzt einige Zentimeter tiefer als die andere. Hinzu kommen Schmerzen an Brustwirbelsäule, Hals und Lendenwirbelsäule, mal mehr mal weniger. (Im diesem Moment bin ich auch gerade unter Wirkung von IBU 600 Tabletten, was symptomatisch natürlich hilft, aber keine Lösung auf Dauer).


    Ich habe jetzt mal einen Termin bei einer Orthopädin gemacht und hoffe, dass ich was daran machen kann.


    PS: Achso: Hallo erstmal, ich bin neu im Forum! :)

  • Meine Skoliose wurde entdeckt, als ich 17 war. Jahrelang den falschen Sport betrieben (Tennis), damals trotz Verkrümmmung 184 cm groß. OP war erstmal kein Thema, ich wurde unter Narkose auf meine aktuellen 187 cm gestreckt, kam 4 Monate in ein Gispkorsett und danach 1 Jahr lang in ein Boston-Brace.


    Neben dem falschen Sport (den ich nach Diagnose der Skoliose an den Nagel gehängt habe) bin ich auch im falschen Job gelandet. Lebensmitteleinzelhandel, also der Job, der dir das Fitnessstudio ersetzt. 2008 wurde dann festgestellt, dass die Verkrümmung inzwischen 50 - 55 Grad beträgt und dringend operiert werden sollte.


    Die OP wollte ich nicht, dafür habe ich konventienelle Therapie gemacht, damals 2 Wochen intensiv in der Rommelklinik in Band Wildbad/ Schwarzwald.
    Dort bin ich zum einen mit den David-Kraftgeräten in Berührung gekommen, zum anderen habe ich mit der Brunkow-Therapie sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht. Beides habe ich danach weiterverfolgt und meine Haltung hat sich sehr verbessert, auch wenn die Krümmung nicht reparabel ist.
    Leider finde ich in meine Gegend weder ein Studio, das David-Geräte hat noch eine Physiotherapiepraxis, die Brunkow anbietet.


    Inzwischen habe ich den Job gewechselt und mache eine Umschulung zur Fachinformatikerin für Systemintegration. Bisher habe ich hier alles, was mir der Arzt empfiehlt: ich sitze nicht ständig am Schreibtisch, nehme viele Unterschiedliche Haltungen ein, laufe mal, stehe.. und habe Kollegen, die um meinen Rücken wissen und mich rüffeln, wenn ich was hebe ;).


    Eine OP steht mir laut Arzt aber irgendwann trotzdem noch bevor, weil die Skoliose im Brustbereich sich nicht halten lässt.



    Info zu Brunkow

    Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, man kann sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

    Einmal editiert, zuletzt von Luca ()

  • Ich hab eine zweifache Skoliose, oben nach rechts und unten nach links. Mein Arzt meinte, dass ich es, wenn die Wirbelsäule grade wäre, ich mindestens 5 cm größer wäre... So muss ich mich mit 1,82 m benügen...


    Bei mir ist es aber eine angeborene Skoliose, erst durch die massiven Wachstumsschübe im Alter von 3, 6 und 13 Jahren ist sie so schlimm geworden...

  • Leide ebenfalls an der Skoliose..


    Ich denke wenn die Wirbelsäule in ihrer Form aufrecht steht ist es natürlich das man dadurch ein ganzes Stück größer wird..

  • Ich hab auch ein Milwaukee Korsett getragen. Ich hätte es am liebsten an die Wand genagelt. Nachdem mein Arzt mich beiseite genommen hat und ich ein Bild von Sarah Nursey in ihrem Milwaukee gesehen hatte, war die Kralle, so nannten wir das Korsett damals, kein wirkliches Problem mehr. Milwaukee will niemand, ist lästig aber war dann doch irgendwie tragbar. Elettra Wiedemann, Sarah Nursey, das Korsett schienen viele Models getragen zu haben. Das hat enorm motiviert.

    Was ich allerdings niemandem verzeihen werde war der ewige Liegendgips davor und die anschließende Aufrichtung im Risser. Das war eigentlich auch nicht so übel. Die heutigen Kunststoffkorsette sind viel schlimmer, aber im Risser nach der Narkose unter Schmerzen aufzuwachen und nicht rauszukönnen war damals der Horror.


    Aber nun zu dem Grund warum ich den Tread aufleben lasse. Milwaukee Korsette gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr. Aber in Entwicklungsländern wie Frankreich oder Italien sind sie wieder ein Behandlungsstandard und in Mode. Selbst im Urlaub in Serbien habe ich auch welche gesehen.


    Das ist so wie der Witz mit dem Geisterfahrer: Ein Geisterfahrer, nein Hunderte.

    Spaß beiseite. Wenn man einmal genau hinsieht, sieht man aktuell in nicht wenigen Ländern (aber nicht in Deutschland) ganz viele Jugendliche, die es jahrelang vor der Operation tragen oder eins mit Operationsnarbe verpasst bekommen. Und natürlich tragen es die meisten nur so in der Wachstumsphase, aber selbst Erwachsene tragen es einige Wochenstunden als Retainer. Und in Brasilien ist jede Jugendliche schon fast sauer, wenn sie keins haben darf. Das ist so wie mit headgear. In Deutschland verpönt, in den Niederlanden erwünscht. Oder Krebsmedikamente in einem Land unter Strafe verboten, im nächsten angepriesen.


    Ich will so eine Milwaukee Korsett Kralle nie wieder sehen, meins hat zwar wirklich geholfen, aber man fragt sich natürlich schon, was unsere Gesundheitssysteme da machen. Geldgier, Spiel mit der sozialen Akzeptanz, Machtspiele auf dem Rücken (wörtlich) der Patienten, Inkompetenz ...