Achtung! Vorurteile

  • Ich möchte Euch ein Buch ans Herz legen, das mir im Urlaub ins Auge fiel und das ich auch aufgrund der jüngsten Ereignisse hier für mehr als nur lesenswert halte.
    Geschrieben wurde es von Sir Peter Ustinov und es gibt einen guten Einblick in sein Denken über den Umgang der Menschen miteineinander und auch über die Macht der Gedanken gibt.
    Er zeigt auf recht amüsante Weise auf, wie Vorurteile benutzt werden, um Menschen zu manipulieren und wie wir uns selbst auch gerne aus Bequemlichkeit benutzen lassen.
    Das für mich fast bedeutenste Kapitel will ich - auch weil es sehr kurz ist- hier zitieren:


    Zitat

    Staunen
    Alt ist ein Mensch nicht, wenn es an seinem Körper zu zwicken beginnt, nicht, wenn das Treppensteigen schwerer fällt, nicht, wenn die Augen nicht mehr so recht wollen, nicht, wenn sein Haar ergraut. Alt ist ein Mensch, wenn er aufhört zu staunen oder es überhaupt nie gelernt hat, wenn also seine Phantasie ergraut. Wenn ein Neunzigjähriger vor der Hagia Sophia, vor den Pyramiden oder nur vor ein em Neugeborenen steht und staunt, ist er ein junger Mann, eine junge Frau. Bedauerlicherweise bin ich schon Dreißigjährigen begegnet, die alles bereits zu kennen schienen und ohne die geringste Begeisterung registrierten. Sie hätten sich wohl geschämt, sie zu zeigen, wären sich kindlich vorgekommen. Sie mögen im Winter braun gebrannt, kerngesund und bravouröse Surfer sein. Aber hinter dieser Fassade, befürchrte ich, sind sie uralte Leute, Greise im Kopf.



    === Vom Admin eingefügt ===



    Achtung! Vorurteile

    Diskutiere nie mit einem Idioten. Er zieht Dich auf sein Niveau herrunter und schlägt Dich in Erfahrung.


    Ich bin wahrhaftig nicht Ihrer Meinung. Aber ich werde mich bis zuletzt dafür schlagen, daß Sie sie vertreten können. (Voltaire)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bibo ()

  • Kann Bibo da zustimmen. Ich fand es nett zu lesende Urlaubslektüre... aber schon 2 Jahre her. Und ich habe mir das Buch vorlesen lassen :D


    Die Schule macht die Entfremdung zur Vorbereitung auf das Leben, und so spaltet sie Erziehung von Wirklichkeit ab und Arbeit von Kreativität. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdete Institutionalisierung des Lebens vor.


    Ivan Illich (1926-2002)