• Hi ihr, ich bin zu Zeit soldat auf Zeit und das seit einem Jahr mit voller Leidenschaft :) ich bin aber mittlerweile der größte im ganzen Regiment, hat einer von euch Erfahrung soldat mit langem Körper zu sein? Will das mein Leben lang machen ...


    Euer derisor

  • Ich war nur kurz dabei und lange her ist es auch.


    Manche Sachen sind halt eingeschränkt vorgegeben. Um Kraftfahrer werden zu können, musste ich mich meine ich beim Messen ein wenig zusammenziehen. Panzer etc. hätte ich wohl gar nicht gedurft, weil zu groß. Hab da ein paar mal drin gesessen, wär aber auch nix für mich gewesen.
    Lange Betten haben die.
    Was mich ein wenig genervt hat, war, dass die Ausrüstung nicht zu den Vorschriften passte und dass die Vorgesetzten in der Grundausbildung teilweise nicht den geistigen Horizont hatten, zu verstehen, dass "vorschriftsmäßig" nicht zwingend = "möglich" ist.
    Meine Stiefelpaare passten schlichtweg nicht hintereinander in den Spind, jedenfalls nicht, wenn die Tür noch zugehen sollte.
    Kann man mit wenig Hirnschmalz erkennen. Wenn die Konsequenz ist "Es geht geht erst ins Wochenende, wenn das ordnungsgemäß ist!" zweifelt man an ein wenig an der Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr.
    Das vorgeschriebene Gepäck für manche Sachen passte auch nicht in den Rucksack. Ähnliche Folgen...
    Kleidung und Stiefel gibt es für alle passend, Rucksäcke und Taschen halt aber nur in Einheitsgröße.
    Einkleiden hat bei mir ein paar Wochen gedauert und sah teilweise schräg aus beim Antreten. Zu kurze grüne Feldhose und darunter blaue Turnschuhe statt Springerstiefel. Die Stiefel kamen nagelneu pünktlich zur ersten 36-Stunden Übung. Das Einlaufen des einen Paares sah also so aus, dass ich die das erste mal angezogen habe und nach 52 km (!) zu Fuß das erste mal ausgezogen habe. Die Füsse fanden es nicht so toll. Klar war mir das nach 10 km. Aber klar war mir auch in dem Moment, dass ich die nie wieder anziehe, wenn ich die jetzt ausziehe. Aber andererseits habe ich die Stiefel immer noch und trage sie heute gerne mal.
    Dass ich bei dem Verein Y-Reisen (wir buch, Sie fluchen!) letztlich keinen Tag länger geblieben bin, als nötig, lag aber nicht an der Körpergröße...


    Witzig finde ich rückblickend, wie sich Erinnerung im Laufe der Zeit verklärt. Nach 30 Jahren fallen einem zuerst die lustigen Geschichten ein. Heute lacht man drüber. Aber als ich meine das erste mal ausgezogen habe und die Dinger bis über Knöchelhöhe voll Blut waren, hab ich eher weniger gelacht.


    Ich finde das Prinzip der "wehrhaften Demokratie" immer noch gut, aber mein Job wäre das nie geworden. Allerdings habe ich Hochachtung vor jedem, der das heute macht. Zumal die Entscheidung heute eine andere ist. Damals gab es den Zaun noch, es wurde klar zwischen "Rotland" (immer böde und immer aus dem Osten kommend) und "Blauland" (wir) unterschieden. Es gab nicht die Gefahr, dass man plötzlich an den Hindukusch oder sonstwohin geschickt wird. Und wenn tatsächlich mal jemand durch scharfe Munition in Gefahr kam, lag das nicht an der politischen Lage, sondern ausschließlich daran, dass ein paar Kameraden schlichtweg zu blöd waren.


    Wenn man sich dann noch das Bild anschaut, dass viele Bundesbürger von dem Verein haben... Wenn man sich die Diskussionen in der Presse zu der Ausstattung der Bundewehr anschaut... wie gesagt, Hut ab für den ders macht und bereit ist seinen Arsch hinzuhalten!


    Edit sagt: Du kommst vom Thema ab - also: Du wirst Dich vermutlich ab und zu mal wundern und einen Umgang finden müssen, mit Problemen, die man zivil nicht hätte. Aber für das meiste werden pragmatische Lösungen zu finden sein. 2,01 heisst wahrscheinlich auch heute, dass man nicht "uneingeschränkt tauglich" ist. 2,01 dürften einem auf dem Weg zum General aber auch nicht unbedingt hinderlich sein.

  • Lool,


    kann mich auch noch an meine Bundeswehrzeit erinnern ^^


    War in der Woche mindestens drei Mal in der Kleiderkammer, spätestens nach der ersten Wäsche war alles 2 bis 3 cm zu kurz.
    Die Standardschlafsäcke hatten die Armlöcher in Bauchnabelhöhe, was Sie eher zu Zwangsjacken machte.
    LKW Führerschein durfte ich nicht machen, weil zu groß.


    Highlight war, die wollten mich in den ABC Abwehrzug stecken. Bis dann einer mal das Gehirn dazugeschaltet hat und bemerkte, das es keine passenden Gummianzüge gab, hat es sogar nur eine Woche gedauert.


    Die Idee mit den zusammensetzbaren 2 Mann Zelten war auch ganz nett. Hat nur neben mir Keiner mehr reingepaßt und die Beine ragten eh immer noch raus.


    Mit dem Rucksack hatte ich kaum Sorgen, hatte wegen Rückenproblemen so einen 7kg Schein und deswegen nur das Minimum an Ausrüstung dabei.


    MFG
    Topjop

  • Lool,


    kann mich auch noch an meine Bundeswehrzeit erinnern <img src="https://www.langes-forum.de/wcf/images/smilies/grin.png" alt="^^" />


    War in der Woche mindestens drei Mal in der Kleiderkammer, spätestens nach der ersten Wäsche war alles 2 bis 3 cm zu kurz.
    Die Standardschlafsäcke hatten die Armlöcher in Bauchnabelhöhe,…


    Das hätte zu 100% auch meine Antwort sein können. :D


    Als Nato-Soldat habe ich mich gefragt, mit wem ich das 2-Mann-Zelt denn hätte teilen können?


    Es gab keinen adäquaten Kameraden während der rund zweijährigen Zeit meines Auslandeinsatzes. :whistling:

  • Ey jungs, wisst ihr was: wir sollten uns alle bei der selben Einheit melden und einfach mal richtig aufdrehen den BokuHarams und all den schuften dieser Welt richtig aufs Köpfchen spucken :^)!
    Die sehen einen Zug von 2 Meter Männern und weg sind sie :-).


    Aber mal Spaß bei Seite, danke für eure bisherigen Antowrten, jz weiß ich, dass es schlimmer kommen könnte =)