Wie aussagekräftig sind Wachstumsprognosen?

  • Hallo an alle,

    ich hoffe, ich bin mit diesem Beitrag in der richtigen Rubrik, ansonsten bitte sagen, dann schreibe ich ihn nochmal neu dahin, wo er hingehört.

    Meine Frage: Welche Erfahrung habt ihr mit den Prognosen eure endgültige Größe betreffend gemacht, die aufgrund von Röntgenbild mit Wachstumsfugen-Auswertung plus aktuelle Größe und Einbeziehung der Eltern-Größen gemacht wurden?

    Waren diese Voraussagen bei euch zutreffend? Oder nicht? Und wenn nein, wie groß waren die Abweichungen - nach oben oder unten?

    Hintergrund meiner Frage: Mein Sohn ist jetzt 13 Jahre und 10 Monate alt und 1,82m groß. Wir haben Ende März die linke Hand röntgen lassen und waren gestern beim Kinderarzt, der auch Endokrinologie macht, zu ihm hatte uns unser regulärer Kinderarzt überwiesen - damit er das Bild auswertet.

    Er hat meinen Sohn gemessen und gewogen, mich gemessen (1.77,5 m), die Größe des Vaters erfragt (1.93m), die Perzentilkurven aus den Vorsorgeheften angesehen und dann alle Daten oder einen Teil davon in den Computer geworfen.

    Der hat einmal nach Bayley Pinneau und einmal nach Tanner Whitehouse ausgerechnet, wie groß unser Sohn wird. Ergebnis: 200,1 cm bis 201,8 cm.

    Nun war mir bei meiner und meines Mannes Größe natürlich immer klar, dass unsere Kinder groß werden. Sie sind ja auch alle drei seit Baby eifrig um die 97. Perzentile herum unterwegs.

    Was ich jetzt nicht verstehe:

    Das Knochenalter wurde basierend auf das Röntgenbild auf 13 Jahre 6 Monate eingestuft, das trifft ziemlich genau sein tatsächliches Lebensalter.

    Die Wachstumskurve verlief seit Geburt relativ stetig umd die 97. Perzentile herum, mal einen Tucken drunter, mal einen Tucken drüber, aber immer so ungefähr. Im Alter von 4 und 5 Jahren ging sie mal etwas deutlicher drüber, vor ein paar Monaten lag sie etwas drunter, aktuell liegt er fast genau drauf.

    Der Kinderarzt hatte immer gesagt: Er bleibt seiner Linie treu.

    Wenn man die 97. Perzentilkurve bis zum 18. Lebensjahr weiterverfolgt, dann landet man ja bei 1,91 m.

    Warum nun, bei normalem Knochenalter, kommt eine Voraussage von 10 Zentimeter darüber heraus? Das habe ich den Endokrinologen-Kinderarzt gefragt und er konnte mir die Frage nicht beantworten. Er meinte, rein theoretisch sei meine Fragestellung richtig, aber der Computer habe es nun mal so ausgegeben.

    Ich habe mir dann diese Tabelle von Bayley Pinneau angeschaut und gesehen, dass er recht hat, dort geben sie bei einem Alter von 13einhalb tatsächlich an, dass noch 10% Längenwachstum kommen werden und dann stimmt die Rechnung soweit tatsächlich.


    Nur frage ich mich: Wie kommen die denn darauf?

    Es erscheint mir immer noch unlogisch, dass die Wachstumskurve, die bisher immer eine Kurve war, in den kommenden Jahren nun plötzlich einen Knick nach oben machen soll. Warum?


    Wie sind hier eure Erfahrungswerte dazu? Stimmen die Prognosen (meist), kann man sich darauf verlassen?


    Ich muss zugeben, dass vor allem mich das umtreibt, mein Sohn bleibt relativ relaxed, er ist generell ein eher entspannter Typ.

    Ich mache mir halt Gedanken :/.


    Also ich freue mich über eure Rückmeldungen, danke euch allen schon im Voraus!


    Viele Grüße in die Runde!

  • Moin,


    Also vor ca. 40 Jahren hat man damals auch schon die Hand geröntgt und die erwartete Endgrösse berechnet.

    Das wurde damals bei dem Zahnarzt gemacht.

    Meine damalige Prognose war glaube ich 208 cm....

    Geworden sind es ca. 206 cm. Die lagen damals also erstaunlich genau.


    Man sollte annehmen, das die Methode in den letzten 40 Jahren eher genauer geworden ist.

  • Ich habe es bei meinen Kids bisher nicht machen lassen. Habe zwar immer wieder darüber nachgedacht, aber mir war auch klar, dass ich nicht in die Natur eingreifen möchte! Man hört heutzutage so viel über Hormontherapien etc. Bei mir wollten die Ärzte seinerzeit aus den Oberschenkeln ein Stück herausnehmen. Bin froh, dass meine Eltern sich damals dagegen entschieden haben!
    Ich habe nach reiflicher Überlegung für mich entschieden, dass ich nicht in die Natur eingreifen werde!

  • Jetzt wo ich das hier gerade lese, erinnere ich mich an einen "Besuch" bei "meinem" Kinderarzt. (das muss 50-55 Jahre her sein) Damals sagte Dr. B. zu meiner Mutter "Ihr Sohn wird bestimmt mal 2 Meter groß". Recht hat er behalten, allerdings weiß ich nicht mehr, wie er das "berechnet" hat.

    Jahre später hat ein anderer Arzt meiner Mutter vorgeschlagen, eine Hormonbehandlung vorzunehmen um mein Wachstum zu beenden.

    Meine Mutter hat dieses abgelehnt - Danke nochmals dafür.

    So ist mir ein Leben als Schlumpf, Gnom, Zwerg oder Hobbit erspart geblieben.

  • Ich finde den Begriff "Hosentaschenkobold" ansprechender 😁 Ich selbst bin 2meter08, altersbedingt vielleicht auch nur noch 2meter05. Wachstumsprognosen gab es bei mir nicht. Allerdings habe ich in Jugendjahren aufgrund eines verheerenden Unfalls Medikamente bekommen, dass die Knochen besser zusammenwachsen. Ich kann mir vorstellen, dass das auch eine Auswirkung auf mein jetziges Maß gehabt haben könnte.

    Das wichtigste ist jedoch, dass man sich selber mag - egal was das Hightech-Feature Meterstab sagt.

    Meine Schwester misst übrigens 1meter84....

  • Ich habe als Jugendliche Hormonspritzen bekommen, damit das Wachstum gebremst wird. Auf Nachfrage habe ich nur erfahren, dass ich weit über 1,90 m geworden wäre. Bei 1,88 m war nun Schluss. Ob ich wirklich so groß geworden wäre, weiß ich nicht. Mein Vater ist 1,94 m, meine Mutter war 1,90 m und meine Schwester ist 1,89 m (auch gebremst).

    Ich wage mal zu behaupten, dass die Probleme meiner Schwester schwanger zu werden, durch das Bremsen kamen.

    Ich konnte glücklicherweise zwei Kinder ohne Probleme bekommen. Ich habe meine Töchter auch vermessen lassen, da die Prognosen aber bei 1,84 m +/- und 1,70 m +/- lagen, habe ich auch nichts unternommen.

  • Ich war früher immer kleiner als meine Cousine, irgendwann hat sich das gedreht, also alles ganz normal, keine Hormonspritzen, keine Vorhersagen, mittlerweile ist die Definition "Groß" bei westlichen Männern ab 1,87m, in 10 Jahren oder so, bin ich normaler Durchschnitt.

  • Ich war mit 10 Jahren bereits größer als meine Mama, die zum damaligen Zeitpunkt 1,73m groß war.

    Für mich war das einfach Normalität, groß zu sein und auch in der Schule/unter Altersgenossen der größte Mensch zu sein.

    Erst in der Oberstufe sind zwei Jungs dann Dank Wachstumsschub so gewachsen, dass sie größer waren, als ich und ein anderer hat mich zumindest eingeholt.

    Ich kannte das gar nicht anders und fand es im besten und entspanntesten Sinne einfach normal und war fein damit, habe es weder negativ, noch als "herausstechend" betrachtet.

  • Bei meinem Junior wurden 203 bis 2010 cm vorausgesagt, bis heute sind es "nur" 195 cm, er ist 19.

    "Schlimmste" Fase war zwischen 6 und 9, er ist teilweise über Nacht 1 cm gewachsen. In der Früh waren schlimme Dehnungsrisse auf Oberschenkel und Rücken zu sehen.


    Unsere Kinderarzt hat Hormontherapie abgeraten, eher wachstumshonfreie Diet.

    ZB Spezie oder Cola nur selten trinken, Limos meiden, Milch und Fleisch nur von bekannten Biobauern, wo die Tiere kein Kraftfutter bekommen, sondern dürfen normal im Freien wachsen usw.


    Später wurde noch Krafttraining empfohlen, (wir haben mit 14 angefangen), das bremst auch Wachstum aus.