Alternative zur Hormonbehandlung?

  • Hallo,

    der Endokrinologe hat bei unsere Tochter eine Endgröße, die über 1,85m liegt, ermittelt. Er lehnt jedoch eine Hormontherapie ab, da die Blutuntersuchung ergeben hat, dass sie zu einer erhöhten Blutgerinnung neigt.

    Nun habe ich auf diversen Internetseiten gelesen, dass eine OP (permanente Epiphyseodese) eine Alternative zur Hormonbehandlung wäre. Bei diesem minimal-invasivem Eingriff soll die Wachstumsfuge geschlossen bzw. zerstört werden.

    Hat jemand hierzu weitere Informationen/ Erfahrungen?

  • Das wirst du nicht lesen wollen, denn eine Prognose von über 1,85 m wäre aus meiner Sicht kein Grund in das natürliche Wachstum einzugreifen.


    Ich bin zwar "nur" 1,83 m und war als junges Mädchen nicht begeistert von meiner Größe, vor allem auch, weil Hosen nie lang genug und Schuhe nicht groß genug waren, doch das spielt heutzutage keine Rolle mehr.


    Ich war unsicher, bis ich begann Volleyball zu spielen. Da hatte ich Erfolgserlebnisse, durch die ich innerlich gewachsen bin.


    Den Kindern helfen, zu selbstbewussten Menschen heranzuwachsen, wäre mein Ansatz. Sorry, aber 1,85 m ist für mich keine Größe, um da gegenzusteuern.

  • Ich kann meiner „Vorschreiberin“ in allem nur zustimmen.

    Ich bin 1,85 und gesund. Bei einem Eingriff, egal ob Hormonell oder chirurgisch sind die Folgen oder Nebenwirkungen nicht abzusehen. Es gibt überhaupt keinen Grund, einzugreifen.

  • Ich bin 1,92m und kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man damit entspannt und mit völliger Selbstverständlichkeit leben kann, Klamotten finden, einen Partner finden, Freunde haben, beruflich erfolgreich sein etc.pp. und sich weder dafür schämen, noch klein machen muss. Man wird deswegen auch nicht zwangsläufig gemobbt oder ausgegrenzt.

    Hätten meine Eltern an meiner Größe rumzudoktern versucht, hätte ich wohl kaum das Gefühl gehabt, dass sie mich lieben und akzeptieren, wie ich bin, egal, wie groß oder klein ich bin.

    Muss alles immer der "Norm" entsprechen?

    Muss alles, was nicht der "Norm" entspricht, immer "weggemacht" oder verhindert werden?

    Warum eigentlich?

    Stattdessen denken Eltern darüber nach, ihr Kind operieren zu lassen oder es mit Hormonen behandeln zu lassen, als wäre eine außergewöhnliche Körperlänge etwas Krankhaftes oder Schambehaftetes, was als Frau einfach nicht da sein darf, wenn es sagenhafte 1,85m überschreiten könnte..

    Was ist mit Nebenwirkungen?

    Was ist mit der Tatsache, dass jede Operation, selbst eine minimalinvasive Routineoperation durch eine vermeintliche Koryphäe ein Eingriff ist, der schief gehen kann und wenn es doof läuft, sogar dazu führen kann, dass jemand die Narkose nicht verträgt und dabei schlimmstenfalls stirbt oder dazu, dass man, wie meine Schwägerin mit 20 berentet werden muss und ein Leben lang Schmerzpatientin bleiben wird?

    Kinder brauchen Liebe und das Gefühl bedinungsloser Unterstützung. Sie brauchen das Gefühl, dass man sie akzeptiert und großartig findet, exakt so, wie sie sind und daran glaubt, dass sie alles tun und erreichen können, was sie wollen..und in aller Regel hilft ihnen das dann erfahrungsgemäß dabei, ein so gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen, dass sie sich selbst akzeptieren und mögen können, egal, wie groß, klein, dick, dünn etc. sie sind..

    Dabei brauchen Kinder Hilfe, nicht dabei, größentechnisch möglichst nicht aus der Norm zu fallen.

    Davon abgesehen, sind solche Voraussagen zum Teil weit weniger zutreffend oder exakt, als man so annehmen könnte.

    Die 17jährige Tochter eines guten Freundes hatte die ärztliche Prognose, dass sie 2,15m knacken würde.

    Die Eltern haben sich gegen eine Hormontherapie entschieden, die ihnen ärztlicherseits als Option genannt wurde und nichts dergleichen getan.

    Das Mädchen ist 1,83m..und ich schätze mal, dass sie zeitnah auch keine 32cm mehr wachsen wird..


    P.S. Ich trage selten Absätze, weil ich sie unbequem finde und auch auf High Heels schlecht laufen kann in Ermangelung von Übung. Allerdings war das Gefühl, 2,02m groß zu sein mit den Absätzen, keineswegs negativ.

    Mit entsprechendem Selbstbewusstsein geht alles, auch eine Beziehung mit einem kleineren Mann oder das Tragen von hohen Schuhen..geht nicht, gibt's nicht, nur in den Köpfen der Menschen.

  • Kleiner Nachtrag:

    Meine Tochter ist jetzt mit 16 Jahren 1,82m.

    Sie sieht in ihrer Größe fast nur Vorteile und wird von ihren Freundinnen um ihre Größe beneidet.

    Wichtig ist doch ein gesundes Selbstbewusstsein und dass die Kids ihre Eltern im Rücken haben, die sie stärken und lieben, so wie sie sind.

  • Liebe Eltern großer Kinder,


    auch ich war mit Anfang 13 Jahren schon 173 cm groß und meine Prognose war mindestens 195 cm.

    Ich bin durch eine Hormon-Therapie gestoppt worden und dadurch "nur" 182 cm groß geworden.


    Ich kann heute nur sagen, dass ich die Entscheidung zur Hormon-Therapie sehr bereue!

    Und ich kann euch nur zum Denken anregen:

    Jeder Eingriff, ob in den Hormonhaushalt eines Menschen oder operativ, hat für uns sehr große Konsequenzen und hinterlässt im schlechtesten Fall bleibende Schäden.


    Ich hätte mir rückblickend gewünscht, mir wäre stattdessen der Rücken gestärkt und fachliche Hilfe angeboten worden, gut mit meiner Größe umzugehen 😊

    Denn groß zu werden ist keine Krankheit!


    In diesem Sinne wünsche ich allen Eltern großer Kinder ganz viel Kraft und Mut, die "richtigen" Entscheidungen zu treffen und einen guten Weg zu finden!

    Leben ist geil - von einfach war nie die Rede :);)

  • Ja das Mädel 🥰 von meiner Freundin ist 14 1/2 Jahre und misst jetzt 1,80m.

    Ob sie noch weiter wächst...❓️🤷‍♀️

    ...wer weiß 😉

    Meine Tochter war mit 14 1/2 auch so um 1.80m groß. Jetzt ist sie 17 und seither nur noch ein kleines bisschen gewachsen. Sie hat mich ein wenig eingeholt - ich schätze, sie ist so 1.82/ 1.83 und sie kommt damit prima zurecht.


    Über eine Hormonbehandlung habe ich mir nie Gedanken gemacht. In meiner Familie sind wir alle recht groß und für uns ist das schon fast normal. Ich bin da die Kleinste noch von allen.


    Und ich schließe mich Rahmkamellchen an. Einen Eingriff, um ein "zu groß" zu verhindern, würde ich nicht vornehmen lassen (meine eigene Meinung). Die Folgen kann man nicht abschätzen.

    Wer bestimmt denn, wer zu groß, zu dick, zu dünn, zu... ist? Muss ich dem Mainstream folgen, um gemocht zu werden? Ist es da nicht besser, sich selbst zu lieben, wie man ist - und schwupps kann einem die Liebe der anderen egal sein. Manchmal nicht ganz einfach, aber am Ende sicherlich erfüllender als vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein.


    Einem jeden seinen Weg. Und Gefährten an der Seite...

  • Warum sollte man einem gesunden Menschen sowas antun? Die Risiken sind für mich keineswegs vertretbar, wenn es keine medizinische Indikation gibt. 1,85 ist nun wirklich keine Seltenheit mehr. Lass sie einfach so wachsen, wie es die Natur vorgesehen hat und der Rest wird sich finden. Sport ist immer gut, Rücken stärken sowieso. Den Rest haben meine Vorrednerinnen schon sehr gut in Text gebracht.


    Ich habe aus anderen Gründen Hormone genommen, kenne einige, die hormonell gestoppt wurden. Es war nie problemlos. Einen Eingriff in irgendwelche Wachstumsfugen fände ich mindestens genau so schlimm.