Ich bin 1,92m und kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man damit entspannt und mit völliger Selbstverständlichkeit leben kann, Klamotten finden, einen Partner finden, Freunde haben, beruflich erfolgreich sein etc.pp. und sich weder dafür schämen, noch klein machen muss. Man wird deswegen auch nicht zwangsläufig gemobbt oder ausgegrenzt.
Hätten meine Eltern an meiner Größe rumzudoktern versucht, hätte ich wohl kaum das Gefühl gehabt, dass sie mich lieben und akzeptieren, wie ich bin, egal, wie groß oder klein ich bin.
Muss alles immer der "Norm" entsprechen?
Muss alles, was nicht der "Norm" entspricht, immer "weggemacht" oder verhindert werden?
Warum eigentlich?
Stattdessen denken Eltern darüber nach, ihr Kind operieren zu lassen oder es mit Hormonen behandeln zu lassen, als wäre eine außergewöhnliche Körperlänge etwas Krankhaftes oder Schambehaftetes, was als Frau einfach nicht da sein darf, wenn es sagenhafte 1,85m überschreiten könnte..
Was ist mit Nebenwirkungen?
Was ist mit der Tatsache, dass jede Operation, selbst eine minimalinvasive Routineoperation durch eine vermeintliche Koryphäe ein Eingriff ist, der schief gehen kann und wenn es doof läuft, sogar dazu führen kann, dass jemand die Narkose nicht verträgt und dabei schlimmstenfalls stirbt oder dazu, dass man, wie meine Schwägerin mit 20 berentet werden muss und ein Leben lang Schmerzpatientin bleiben wird?
Kinder brauchen Liebe und das Gefühl bedinungsloser Unterstützung. Sie brauchen das Gefühl, dass man sie akzeptiert und großartig findet, exakt so, wie sie sind und daran glaubt, dass sie alles tun und erreichen können, was sie wollen..und in aller Regel hilft ihnen das dann erfahrungsgemäß dabei, ein so gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen, dass sie sich selbst akzeptieren und mögen können, egal, wie groß, klein, dick, dünn etc. sie sind..
Dabei brauchen Kinder Hilfe, nicht dabei, größentechnisch möglichst nicht aus der Norm zu fallen.
Davon abgesehen, sind solche Voraussagen zum Teil weit weniger zutreffend oder exakt, als man so annehmen könnte.
Die 17jährige Tochter eines guten Freundes hatte die ärztliche Prognose, dass sie 2,15m knacken würde.
Die Eltern haben sich gegen eine Hormontherapie entschieden, die ihnen ärztlicherseits als Option genannt wurde und nichts dergleichen getan.
Das Mädchen ist 1,83m..und ich schätze mal, dass sie zeitnah auch keine 32cm mehr wachsen wird..
P.S. Ich trage selten Absätze, weil ich sie unbequem finde und auch auf High Heels schlecht laufen kann in Ermangelung von Übung. Allerdings war das Gefühl, 2,02m groß zu sein mit den Absätzen, keineswegs negativ.
Mit entsprechendem Selbstbewusstsein geht alles, auch eine Beziehung mit einem kleineren Mann oder das Tragen von hohen Schuhen..geht nicht, gibt's nicht, nur in den Köpfen der Menschen.