• Einige fahren voll darauf ab, andere finden sie doof. Erziehungsratgeber, Entwicklungsauflistungen, psychologische Abhandlungen, etc.


    Ich gehöre irgendwo in die Mitte. Information schadet selten, kann aber - vor allem auf diesem Gebiet - verwirren.


    Daher lese ich nur, was mir auf diesem Gebiet von "Praktikern" empfohlen wurde. Aktuelles, sehr informatives Beispiel:



    === Von Snowie eingefügt ===

    Zur Bestellung bei Amazon
    Warum Babys weinen


    Worum es geht, ist bei Amazon zu lesen. Die Bewertungen sind gespalten, aber überwiegend positiv - und so sehe ich das auch. Die beschriebene Methode, das Weinen zu unterstützen, hat mich überzeugt und scheint auch Linda gutzutun - sie ist nach dem "Ausheulen" immer quietschfidel und entspannt! Was bei amazon ein Rezensent schreibt "Hier wird die antiautoritäre Erziehung unter neuem Namen verkauft" halte ich für totalen Quatsch - es geht nicht darum sein Kind im Supermarkt auf dem Boden wüten zu lassen, weil es etwas haben will, sondern die im Alltag lauernden Frustrationen abzubauen - täte sicher auch mal einigen Erwachsenen gut.


    Die Schule macht die Entfremdung zur Vorbereitung auf das Leben, und so spaltet sie Erziehung von Wirklichkeit ab und Arbeit von Kreativität. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdete Institutionalisierung des Lebens vor.


    Ivan Illich (1926-2002)

  • Ähm. Ich gebe zu, ich habe das Buch nicht gelesen, wohl aber aus Neugier jetzt mal die Buchbesprechungen.
    Ich bin ein großer Befürworter psychologischer Abhandlungen, sofern, und das ist der springende Punkt, es wirklich welche sind.
    "Hat mit Piaget gearbeitet" (was wohl auch heisst, irgendwann zwischen 40ern und 70ern ihren Abschluss gemacht, mit damaligem Wissensstand) reicht mir da aber wirklich nicht aus.
    Was heute von Entwicklungspsychologen befürwortet wird, ist Feinfühligkeit, auf das Kind eingehen, dessen Bedürfnisse erfüllen, sprich: aufs Bauchgefühl hören. Und das sagt im allgemeinen recht deutlich: "das Kind ist unglücklich, tu was!" Sofern zuwenig Bauchgefühl da, kann das auch geschult werden.


    Von den Lesern wird immer wieder "weinen lassen und halten" erwähnt. Dabei wird scheinbar übersehen, dass Körperkontakt (ja, und herumgetragen werden) eines der wichtigsten Grundbedürfnisse ist. Es sichert (biologisch gesehen) das Überleben, schult das Gleichgewicht, sichert die Bindung etc.


    Eine der Mütter beklagt sich ja genau darüber, dass ihr 6 Monate altes Kind ständig Körperkontakt will etc. Vielleicht wäre in so einem Fall eher mal ein Buch über Kindheitsentwicklung angesagt...


    Aus eigener Mama-Erfahrung wage ich ebenfalls zu behaupten, dass es eigentlich immer "etwas gibt". Auch wenn ich nicht immer gleich drauf komme. Auch wenn es mal totale Umweltüberlastung, Müdigkeit oder einfach das Bedürfnis ist, in meinem Arm zu sein und zu nuckeln.

  • Meine Buchempfehlungen lauten:


    Das kompetente Kind - Jesper Juul
    Grenzen-Nähe-Respekt - Jesper Juul (Kurzversion von obigem)
    Was Familien trägt - Jesper Juul
    Hilfe, mein Kind will nicht essen - Gonzales
    Schlafen und Wachen - Sears
    In Liebe wachsen - Gonzales
    Wenn das 2. Kind kommt - Regina Hilsberg


    Ich hab sie alle gelesen und für gut befunden. Von Entwicklungsbüchern halte ich wenig, da es zwar bestimmte Zeiten gibt, in denen Kindern gewisse Dinge lernen sollten, es aber eben auch immer frühstarter und Spätzünder geben wird.


    :)

    Ein Freund ist jemand, der deine Vergangenheit versteht,
    an deine Zukunft glaubt
    und dich heute so akzeptiert wie du bist.

  • Siehste, das Buch hatte ich auch und fands schrecklich und hab mir bei Nr. 2 dann "Handbuch für die stillende Mutter" von der LLL gekauft und fand es 100 mal besser.
    So unterschiedlich kann das sein :)

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    an deine Zukunft glaubt
    und dich heute so akzeptiert wie du bist.

  • Hehe, ich hab's geschenkt bekommen und fands recht informativ... allerdings für den Inhalt den es tatsächlich hat, viiieeel zu dick ("leg häufiger an und je nach Bedarf eine oder beide Seiten" kann man scheinbar auch auf beliebig viele Seiten aufblasen ;) )


    Magst Du zum LLL-Buch vielleicht noch 1-2 Sätze schreiben, was daran gut ist? Ich fänds interssant und diverse andere (angehende) Mamas wahrscheinlich auch.

  • Öhm. also das Buch von der LLL find ich sachlicher, gut gegliedert und nicht so abgehoben. Hab das Buch der Lotrop immer für sehr esotherisch gehalten und damals kam bei mir ein "du musst stillen, auch wenn du am verrecken bist" an. Das Buch der LLL klingt eher nach "Stillen ist super wichtig, meist liegt es an Missverständnissen und Anlegefehlern, wenns nicht klappt, aber wenns nicht klappt, ok"
    Es weist ansonsten auch alles klassische auf, wie Probleme, die auftreten können, ein Kapitel für Väter, Stillen und Beruf...


    Aber alles irgendwie sachlicher, was mir besser gefallen hat.


    (Das Lotrop-Buch hab ich aber vor 4 Jahren gelesen, also keine Garantie ausser mein Gedächtnis)

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  • Jürgen : schön wär's, wenn das so einfach wäre. Wir sind nämlich alle mit reichlich "Ratgeberwissen" augewachsen, für "hör auf Deinen Instinkt, auch was essen/schlafen etc angeht" braucht es inzwischen auch schon wieder einen Ratgeber.


    Zum einen, um klar zu stellen, dass das wirklich in Ordnung (und aus wissenschaftlicher Sicht auch das beste) ist. Auch, wenn einen die Umwelt schräg anschaut, weil das Kind im Familienbett schläft (da könnte sich ja jemand DRAUFLEGEN!) oder man ein Kind lange stillt ("dann hängt es ja eeewig an Deinem Rockzipfel!").


    Zum anderen, weil das mit den Instinkten so eine Sache ist. Ob ein Kind jetzt wirklich Hunger oder Langeweile hat oder das Poster an der Wand einfach die falsche Farbe hat... Also ich bemühe mich sehr in Sachen Bauchgefühl, aber ich sag Dir ganz offen: ich weiss es auch oft einfach mal NICHT und bin auf probieren angewiesen...

  • Wer die Ratgeber mit etwas Verstand liest, findet häufig sinnvolle Anregungen.
    Die Bücher spiegeln häufig die Meinung und den Wissensstand des Autors wieder und wer sich auch aus anderen Quellen zu dem Thema informiert, findet wohl seinen Weg.

  • Ganz ehrlich glaub ich nicht, dass wirklich jede Mutter instinktiv weiß, was as beste fürs Kind ist. wenn ich mir die schreienden, schlagenden, drohenden, schlecht vorm Kind übers Kind redenden Mütter auf den Spielplätzen so anschaue.


    Einigen von denen tät der ein oder andere "Expertentip" mal ganz gut.


    Sicher sind viele davon von ihrer Umwelt beeinflusst ("ein Kind muss das und jenes können, muss essen, muss alleine einschlafen...") aber bei manchen setzt echt einfach der Verstand aus, wenns ums Kind geht (ich hab jedenfalls keine diese Mütter so mit ihrem Mann reden hören). :rolleyes:

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  • Ich habe mir nicht viel Literatur besorgt, auch in der Schwangerschaft nicht. Im Moment habe ich allerdings das Buch "Oje, ich wachse" in meiner Reichweite liegen, weil ich es doch ganz hilfreich finde, wenn ich weiß, dass in einem gewissen Alter häufig Entwicklungsschübe stattfinden. Finde es dann sehr beruhigend, wenn ich lese, dass das "neue" Vehalten meiner Tochter absolut altersgerecht ist und sie einfach nur irritiert ist, weil sie z.B. "plötzlich" über eine bessere Raumwahrnehmung verfügt als vorher. Allerdings lese ich das Buch immer nur "aktuell" bzw. kurz danach, nie im Vorfeld. Ich denke, dass ich dann zu sehr auf vermeintliche "Symptome" achten würde und vielleicht beunruhigt wäre, wenn das eine oder andere bei meiner Süßen nicht aufträte.


    Zum Thema Mutterinstinkt: Ich gebe der KleineRübe absolut Recht, das hat nicht jeder, wobei jeder denkt, dass er bzw. sie den Instinkt gepachtet hat. Was ich nur ziemlich interessant finde, sind die unterschiedlichen Herangehensweisen. Verstehe nicht, wie wenig kindgerecht manche Leute sind und sich überhaupt nicht auf die Bedürfnisse der kleinen Mäuse verstehen... Wie kann man ein Kind, das Bauchschmerzen hat, NICHT auf dem Bauch liegend (Fliegergriff) durch die Gegend tragen (wenn es das angenehmer findet und durch weniger Weinen und Einschlafen auch deutlich zeigt), sondern es auf dem Rücken liegend tragen, weil man es "ja sonst nicht angucken kann"???? ;wall


    Und die Mamas, die ankündigen: Wir lernen ab heute xxx und ab morgen yyy. Finde es besser, wenn man/frau abwartet, was das Kind von selbst anbietet...
    Aber letztendlich muss wohl jeder seinen Weg finden. Hauptsache, man ist konsequent und eindeutig für das Kind. Und noch wichtiger: das Zusammensein mit dem Kind sollte man geniessen können. Das tut beiden gut!

    Bist du denn des Geistes Memmenfall?


    Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen!

  • Zitat

    Original von Kaethe77
    Und noch wichtiger: das Zusammensein mit dem Kind sollte man geniessen können. Das tut beiden gut!


    Jepp. Und da gibt es leider Leute, die den Nutzen eines Laufstalls vollkommen verkennen und das Kind mit einem Haufen Spielzeug darein packen und denken: Gut is.
    Das es diverse Spielsachen/Ausstattungen zu kaufen gibt, heißt nicht, daß sie Mama oder Papa ersetzen.
    Linda ist momentan oft am über den Boden robben und hier gucken und da entdecken, macht das aber wesentlich ausgiebiger, wenn ich daneben sitze und immer mal wieder was zur Anregung mache. Dann läßt sie mir auch genug Zeit Zeichenstudien zu machen... naja... wenn ich schnell genug bin, sie vor der jeweils nächsten Bewegung festzuhalten :rolleyes:


    Nachdem mir "Oje, ich wachse" nun schon von 2 Leuten empfohlen wurde, werde ich Anfang Februar in HH mal gucken, ob ich es bei meiner Lieblingsbuchhandlung finde. Bestellen ist immer so umständlich :D


    Wobei bestellen... habe mir jetzt mal ein Buch zum Thema Babyzeichensprache bestellt. Wenn es da ist und ich mich damit auseinandergesetzt habe, gebe ich mal ein Kommentar ab.


    Die Schule macht die Entfremdung zur Vorbereitung auf das Leben, und so spaltet sie Erziehung von Wirklichkeit ab und Arbeit von Kreativität. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdete Institutionalisierung des Lebens vor.


    Ivan Illich (1926-2002)

  • Zitat

    Original von snowhopper




    Und da gibt es leider Leute, die den Nutzen eines Laufstalls vollkommen verkennen und das Kind mit einem Haufen Spielzeug darein packen und denken: Gut is.
    Das es diverse Spielsachen/Ausstattungen zu kaufen gibt, heißt nicht, daß sie Mama oder Papa ersetzen. .


    Aber der Laufstall ist schon seeehr praktisch... Allerdings hat Charlotte nie lange Lust, sich alleine zu beschäftigen, daher nutze ich in v.a., wenn ich mal schnell "wohin" muss oder duschen will oder sonstiges. Aber wenn sie sich dann doch mal alleine amüsiert, bin ich auch ganz froh, wenn ich mal ein paar mInuten für mich habe!


    LG Kaethe

    Bist du denn des Geistes Memmenfall?


    Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen!

  • Zitat

    Original von snowhopper
    Wobei bestellen... habe mir jetzt mal ein Buch zum Thema Babyzeichensprache bestellt. Wenn es da ist und ich mich damit auseinandergesetzt habe, gebe ich mal ein Kommentar ab.


    Ähem. Tja. Etwas her ist es schon. Aber jetzt grad beim 2. Kind in Probe. Super Sache. Linda hat zwar nur "Milch", "Trinken" und "Bitte" gezeigt, aber es hilft, wenn das Kind etwas haben will und nicht verzweifelt brüllen muß, bis die tumben Eltern reagieren und rausgefunden haben, was dem Kind fehlt :-D. Arvid zeigt jetzt auch Milch und Trinken und hat somit 2 Dinge, die er sich nicht mehr erschreien muß.


    Habe übrigens noch ein paar schöne neue Tipps:



    Ich teile zwar nicht seine Meinungen, was den Konsum einer gewissen Gesellschaftsdroge anbetrifft, aber ansonsten ganz brauchbar. Dumm nur, dass wir das auch vorher schon fast genauso gemacht haben...





    Einfach nur Eltern sein ohne die Vorstellungen, die die Industriegesellschaft Eltern und Kindern auferlegt hat zu beachten. Zukunftsweisend "rückschrittig".
    Auch ein tolles Geschenk für nervende Schwiegermütter ("Nu lass Ihn doch mal schreien, sonst führt er Dich vor!""Der muss mit 6 Monaten im eigenen Bett durchschlafen", etc. )


    Die Schule macht die Entfremdung zur Vorbereitung auf das Leben, und so spaltet sie Erziehung von Wirklichkeit ab und Arbeit von Kreativität. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdete Institutionalisierung des Lebens vor.


    Ivan Illich (1926-2002)